Wodurch entstehen Kreuzschmerzen bei Schwangeren?

Viele Frauen klagen in der Schwangerschaft über Kreuzschmerzen. Grundsätzlich müssen bei Kreuzschmerzen mechanische und/oder neurogene (von den Nervenbahnen ausgehende) Ursachen unterschieden werden.

Da eine Schwangerschaft mit einer Gewichtszunahme und einer Verlagerung des Körperschwerpunktes (Übergang in den "stolzen Gang der schwangeren Frau") verbunden ist, führt diese zu einer Mehrbelastung der Rückenmuskulatur, die (als tonische Muskulatur) versucht, den Rumpf auch bei Verlagerung des Schwerpunktes in der Balance zu halten. D.h. der Ruhetonus (die Spannung) der Rückenmuskulatur erhöht sich und damit verkürzt sich auch die Rückenmuskulatur und ihr Arbeitsweg. Dadurch kommt es zu einer schmerzhaften Verkrampfung, d.h. zu einer Dekompensation der aktiven Rumpfstabilisatoren. Diese verhärteten Rückenmuskeln können dann nicht mehr die passiven Rumpfstabilisatoren (Bandscheibe, Grund- und Deckplatten der Wirbelkörper sowie Gelenksehnen und -Kapseln) entlasten.

Das Ergebnis ist dann zunächst eine Reizung dieser passiven Stabilisatoren (Hexenschüsse oder nicht lokalisierbare Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen in die Leiste, den Unterbauch und Oberschenkel).

Eine neurogen Ursache ist selten und zeichnet sich durch ein akuten Geschehen mit radikulärer d.h. von der Nervenwurzel ausgehenden Ausstrahlung im Ausbreitungsgebiet eines Nerven aus. Der Arzt stellt in einem solchen Fall die Diagnose durch Objektivierung (Nachweis) positiver Nervenkompressions -(Einengung der Nerven) und Irritationszeichen.

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