Wie wirken die einzelnen Vitaminen und wo kommen sie vor?

Vitamin A:                                                                                                         wirkt vornehmlich auf Haut, Augen, Zähne, Haare, Nägel und Immunsystem und wird vorwiegend als Provitamin A mit der Nahrung aufgenommen und ist besonders häufig in Leber, Leberwurst aber auch in Karotten und Butter enthalten. In der Schwangerschaft sollte möglichst keine Leber gegessen werden, um keine Überdosierung (Hypervitaminose) zu erzeugen, die mit Durchfall und Erbrechen, Abnahme der Knochendichte, auch mit Wachstumsschäden, Haut- und Augenveränderungen einhergehen kann und schädlich für die Leber zu sein scheint.

Vorsicht bitte auch bei der zusätzlichen Einnahme von Nahrungsergänzungsmittels, die häufig ebenfalls viel Vitamin A enthalten. Sie sollten in der Schwangerschaft nur unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden.

 

Im Gegensatz zu Vitamin A (den Retinoiden) kann es bei den verwandten Carotinen nicht zu einer Hypervitaminose kommen. Carotine kommen besonders in Karotten (Carotin) und Tomaten vor, dort ist das Lycopin für die rote Farbe verantwortlich.

ß-Carotin auch Provitamin A (Retinol genannt) kommt besonders in den tiefgelben bis orangen Früchten vor. ß-Carotin wird zahlreichen Lebensmitteln zugesetzt wie Butter, Margarine, Süßwaren und Limonaden, um das erwünschte Farbbild zu erreichen. 

Die Hoffnung, dass sich ß-Carotin Kapseln (Carotin ist die Vorstufe von Retinol – Vitamin A) bei Rauchern das Lungenkrebsrisiko verringert, hat sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil, in der Vitamingruppe stieg das Risiko um 45 %, weshalb die Studie abgebrochen werden musste. Aus diesem Grunde dürfen seitdem Medikamente auch nicht mehr als 20 mg ß-Carotin enthalten

Eine Unterversorgung (Hypovitaminose) ist in Entwicklungsländern ein weit verbreitetes Phänomen. Besonders bei Infektionserkrankungen (z.B. Masern) macht sich dieser Mangel bemerkbar. 

 

Vitamin B1 wirkt auf Nerven und Gehirn

Vitamin B2 wirkt auf Haut und Augen

Vitamin B6 wirkt auf das Immunsystem

Vitamin B12 wirkt auf Wachstum, Nerven und Blutbildung

 

B-Vitamine, auch Vitamin-B-Komplex genannt, kommen allerorten in der Nahrung vor. Sie sind für die Energiebereitstellung und die Bildung der roten Blutzellen verantwortlich. Vitamin B ist wasserlöslich und wird leicht zerstört durch Alkohol und durch Kochen.

Zum Vitamin B-Komplex zählen Thiamin, Riboflavin,Niacin, Panthothesäure, Biotin, Pyridoxin (Vit.B6), Folsäure und Cyanocobalamin (Vit. B12).

 

Vitamin C.

Die Ascorbinsäure (Vit. C) ist vermutlich das bekannteste Vitamin.

Es ist wasserlöslich und kann durch Oxidation (eine Oxidation ist eine Reaktion mit Sauerstoffbeteiligung) zerstört werden. Dieser Vorgang tritt besonders bei zu langer Lagerung von Nahrungsmitteln auf. Auch durch Kochen vermindert sich der Gehalt an Vit. C deutlich.

Ascorbinsäure kann von allen Pflanzen und Tieren gebildet werden, mit Ausnahme von Primaten, zu denen auch der Mensch gehört. 

Mangelerscheinungen, wie Skorbut, wie sie früher besonders bei Seeleuten vorkamen, sind heute eher selten, es sei denn, man verzichtet komplett auf eine regelmäßige Einnahme von Obst und Gemüse.

 

Die  Versorgung mit Vitamin C (ca. 100 mg pro Tag) ist in Deutschland ausreichend, deshalb ist bei gesunden Menschen mit einer abwechselungsreichen Ernährung eine zusätzliche Zufuhr von Vit. C überflüssig.

 

Prof. K.-H. Wagner von der Abt. für Ernährungswissenschaften in Wien: „Im Experiment lässt sich nachweisen, dass die 20 mg Vitamin C, die ein 100 g schwerer Apfel enthält, den selben (antioxidativen) Effekt haben, wie die 100 fache !Menge an synthetisch hergestelltem Vitamin C.

(„Antioxidativ“ heißt dabei, dass diese Substanzen vor einer unerwünschten Oxidation schützen und die Bildung freier Radikale verhindern, die als krebsauslösend verdächtigt werden).

 

Vitamin D

Dieses Vitamin nimmt eine Sonderstellung ein. Vitamine sind Substanzen, die über die Nahrung zugeführt werden müssen und eigentlich nicht im Körper gebildet werden. Vitamin D wird aber zu 80 % in unserer Haut unter dem Einfluss des Sonnenlichtes gebildet. Das darin enthaltene UVB-Licht bildet aus der Vorstufe Cholesterol das Vitamin D.

 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung spricht bei einem Wert von weniger als 12 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) von einem Vitamin D-Mangel, unter 20 ng/ml von einem mäßigen Mangel. Besonders für den Calciumstoffwechel ist Vitamin D unverzichtbar.

In der aktiven Form fördert das Vitamin die Aufnahme des Calciums aus dem Darm und den Transport in die Knochen. Ein Mangel führt zur Osteoporose, aber auch das Risiko für Darm-, Brust- und Prostatakrebs steigt.

 

Die Sonneneinstrahlung reicht in Deutschland allerdings nicht aus, um einem Vitamin D-Mangel vorzubeugen.

Dass die Höhe des Spiegels tatsächlich an der Sonne liegt, geht daraus hervor, dass wir im Sommer durchweg höhere Vitamin-D-Werte im Blut haben, und, dass im sonnenreichen Saudi-Arabien die Zahl der Rachitis-Erkrankungen über Gebühr hoch ist – dort hält man sich vorwiegend in klimatisierten Räumen auf und geht nicht mit unbedeckter Haut ins Freie.

Da  die Sonne in Deutschland nicht ausreicht, um einen ausreichenden Vitamin-D-Spiegel zu erreichen, müsste man schon pro Tag 400 g fetten Seelachs, etliche Liter Milch trinken und ca. 16 Eier pro Tag verspeisen! 

Um einem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen sollte vor Einnahme von Tabletten den Vitamin-D-Spiegel bestimmen lassen. Es wird empfohlen Vitamin D ohne Calcium-Zusatz zu verwenden, denn an Calcium haben wir in Europa keinen Mangel. 

 

Vitamin E

wirkt vorrangig auf Muskeln und die Blutgerinnung und ist ein Zellschutz.

Vitamin E (auch Tocopherol genannt) ist eine fettlösliche Substanz und kommt in Getreide und Nüssen, Pflanzenölen, Milch und Eiern vor.

 

Bei einem Mangel droht Unfruchtbarkeit, trockene Haut und Müdigkeit.

Die Hoffnung, die Anzahl von Herzinfarkten und Schlaganfälle durch Vitamin E zu verringern, hat sich nicht bestätigen lassen.

 

Achtung: Vitamin E verstärkt die Wirkung von Antikoagulantien (Gerinnungshemmern), deshalb muss eine Behandlung mit Vit. E besonders bei Vitamin K-Mangel  sorgfältig wegen des erhöhten Blutungsrisikos überwacht werden. Vitamin E kann zudem erfolgreich bei der Neurodermitis eingesetzt werden.

 

Vitamin K

wirkt auf die Wundheilung, die Blutgerinnung und auf die Zähne. Auch Vitamin K ist wie die Vitamine A, D und E ein fettlösliches Vitamin.

Vitamin K ist besonders in Gemüse wie Kohl, Spinat und Salat enthalten, zudem in Milch, Eiern und Fleisch.

 

Überraschend wenig Vitamin K findet sich in der Muttermilch (nicht aber im Kolostrum, der Vormilch). Da das Vitamin K auch kaum über die Plazenta zum Kind gelangt, wird in vielen Ländern Säuglingen, insbesondere Frühgeborenen, eine Vitamin-K-Prophylaxe gegeben (3×2 mg zur Geburt, nach einer und 6 Wochen erneut).

 

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