Wie wird ein Brustkrebs in der Schwangerschaft behandelt?

U.a. nach (S. Loibl,S., Gimeno, Gyn. Nachrichten, 2007, „7. Jahrestagung .Dt. Ges. f. Senologie, S.13)

Die übliche Behandlung stellt heutzutage immer noch die totale Entfernung der betroffenen Brust dar, auch, weil eine Bestrahlung in der Schwangerschaft nicht angewendet werden kann, die mit erheblichen Problemen für das Ungeborene vergesellschaftet wäre.
Allerdings wird mehr und mehr eine Brust erhaltende Therapie durchgeführt, an die sich eine mehrwöchige Cytostatika-Therapie anschließt.


Im ersten Trimenon der Schwangerschaft, also bis zur 15. SSW, wird eine Krebsbehandlung grundsätzlich vermieden, da sich in dieser Phase die Organe entwickeln und das Fehlbildungsrisiko erhöht sein könnte.
Besonders aber Anthracycline und Alkylantien (Cyclophosphamid®) können ab der 16. Schwangerschaftswoche verordnet werden, ohne nachteilige Auswirkungen für das Ungeborene zu haben.
Ein internationales Forscherteam untersuchte über einen rel. langen Zeitraum (bis 18 Jahre) Kinder, deren Mütter nach dem ersten Trimenon eine Krebsbehandlung erhielten (Amant,F. u.a. Lancet Oncology 2012; doi:10.1016/S1470-2045(11). Dabei fanden sich keine Hinweise auf Verzögerungen des Wachstums und der neurokognitiven Entwicklung. Auch die Herzentwicklung fand sich im Normbereich.

Der Schweregrad eines Carcinoms wird nach festgelegten Stadien eingeteilt. Je nach der Stadienteilung des Carcinoms, kann auch erst nach der Entbindung eine Bestrahlung eingeleitet werden.


Obwohl der Brustkrebs in der Schwangerschaft schwieriger zu diagnostizieren ist und meist auch erst später entdeckt wird, beläuft sich die 5-Jahres-Überlebensrate auf ca. 82 %, wenn keine Lymphknoten befallen sind.

Die Beratung dieses schwierigen Problems sollte unbedingt in einem dafür ausgewiesenen Zentrum erfolgen. Sie können sich insbesondere über die GBG (German Breast Group) informieren: (http://www.brustkrebsvorbeugen.de/impressum-und-disclaimer.htmle-mail) oder sich per e-mail an Frau Dr. S. Loibl wenden (loibl@germanbraestgroup.de).
Mittlerweile gibt es auch ein Kompetenzzentrum in der Charité in Berlin: „Neoplasie (Neubildung) und Schwangerschaft“ e-mail: (NUSS@charite.de). Prof. Dr. Dudenhausen, der die Idee für dieses Projekt hatte, möchte die Unsicherheiten, die sich bei der Behandlung -auch für Ärzte- ergeben, beseitigen, da es dazu bislang keine prospektiven Studien (Langzeitstudien), geschweige denn Leitlinien, gibt.
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