Wie verhält man sich bei Durchfallerkrankung?

Kinder sind durch Durchfallerkrankungen besonders gefährdet. Vor allem Kleinkinder nehmen regelmäßig potentiell gefährliche Krankheitskeime auf, da sie nach allen Gegenständen greifen und sie in den Mund stecken. Sie besitzen eine geringe Abwehrkraft gegenüber dem Erreger und sind besonders anfällig gegenüber Flüssigkeits- und Elektroytverlust, besonders wenn Erbrechen hinzukommt. Die Krankheitszeichen sind Abgeschlagenheit, oft Fieber, Bauchschmerzen, Blähbauch, häufige Stuhlfrequenzen mit wässrigen und übel riechenden Stühlen, Gewichtsverlust und Erbrechen. Bei schwerer und anhaltender Erkrankung kann es zur Austrocknung, Bewustseinseintrübung, Blutungsneigung und zu Nierenversagen kommen. Bei jungen Säuglingen bilden sich Falten im Gesicht (Greisengesicht) und die Fontanelle sinkt ein.

Die Erreger der Durchfallerkrankungen sind bei Kindern bis zu 80 % Viren, insbesondere Rota-Viren. Gegenüber diesem Erreger kann der Säugling ab der 6. Lebenswoche mit einem neuen Schluckimpfstoff geschützt werden. Krankheitserreger aus dem Bereich der Bakterien sind Salmonellen, Shigellen, Yersinien, Camphylobacter und einige Coli-Stämme.
Alle diese Erreger werden über den Stuhl ausgeschieden und können bei mangelnder Toilettenhygiene weiter verbreitet werden. Deshalb ist gründliches Händewaschen mit anschließender Hände- und Toilettendesinfektion sehr wichtig. Durchfälle bei Säuglingen können jedoch auch durch Ernährungsfehler und angeborene Stoffwechselerkrankungen ausgelöst werden. Wenn ein Mitglied in der Familie des erkrankten Kindes einen Arbeitsplatz im Krankenhaus, in Küchen oder im Alters- und Pflegeheim hat, ist wegen der möglichen Verbreitung des Erregers besondere Vorsicht geboten. Alte Menschen sind ebenfalls besonders gefährdet. Wie rasch sich solch eine Infektion ausbreiten kann, wird immer wieder durch Massenerkrankungen auf Kreuzfahrtschiffen bekannt.

Die Therapie der Durchfallerkrankung besteht darin, den Verlust an Flüssigkeit und Elektrolyten auszugleichen. Bei einem Wasserverlust von über 10 % des Körpergewichts muß eine sofortige Krankenhausbehandlung durchgeführt werden. Die Zugabe von Flüssigkeit erfolgt über Tee mit 5-10 % Glucose über 3-6 Stunden. Eventuell kann eine Prise Kochsalz zugemischt werden. Danach wird eine Diätbehandlung je nach Lebensalter mit Bananen, Karottensäften, geriebenem Äpfel, Zwieback, Salzstangen und Toastbrot durchgeführt. Bei anhaltendem Erbrechen muß ein Medikament als Zäpfchen zugeführt werden. Wichtig sind kleine, aber häufige Mahlzeiten, um Erbrechen zu vermeiden. Gestillte Säuglinge sind vor Durchfallerkrankungen weitgehend geschützt. Die Erkrankungen sind in der Regel leicht, sie können weiter gestillt werden. Bei nicht gestillten Säuglingen reicht es nach der Teepause aus, die Nahrung zu 50 % mit Tee oder Wasser zu verdünnen. Es können aber auch Heilnahrungen eingesetzt werden, die in den Apotheken erhältlich sind.

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