Wie verarbeiten Mütter und Väter einen intrauterinen Fruchttod (IUFT)?

Es gibt keinen Zweifel, ein ungeborenes Kind zu verlieren, ist tragisch. Von einer zur anderen Minute kehrt sich grenzenlose Freude in tiefe Betroffenheit um und versetzt allen Betroffenen einen tiefen Schock.

Da ist zunächst Unglaube, Verständnislosigkeit, das Gefühl des ins Bodenlose-fallens, auch das Gefühl des Alleinseins, des nicht-wahr-haben-Wollens, des Rebellierens gegen das Schicksal: Fragen nach dem "warum ich?", "warum wir?"; Fragen die unbeantwortet bleiben werden. Sprachlosigkeit stellt sich ein. Irgendwann, die Zeitabläufe sind bei allen Menschen unterschiedlich, werden die Betroffenen das Unvermeidliche und damit die Realität zulassen. Aber nach dieser Phase dominieren noch einmal Ärger, Abwehr und Aggression, um dann in Resignation und gar Depression zu fallen. In dieser Zeit ist es wichtig für den Trauernden da zu sein, um mit ihm über seine Gefühle zu sprechen.

Erst dann kommt die Zeit der Abschiednahme von all den Vorfreuden, Wünschen, Vorstellungen, die man mit der Geburt eines gemeinsamen Kindes verbunden hatte. Auch die Trauerphase kann ganz unterschiedlich lange dauern, bis man dann irgendwann wieder offen für Neues ist.

Bekannte, Freunde und Familienmitglieder werden mit Ihnen trauern. Aber immer wieder kann festgestellt werden, dass man für Ihnen ca. ein Vierteljahr lang großes Verständnis entgegen bringt. Danach muss aber für die meisten Menschen in Ihrer Umgebung alles wieder in Ordnung sein. Für Sie ist aber gar nichts in Ordnung und es wird lange dauern, bis Sie den Verlust überwunden haben. Am besten gelingt das mit Eltern, die das gleiche Schicksal erlitten haben; sie haben auch nach langer Zeit noch Verständnis für Ihre Trauer, die anderen sind meist damit überfordert. Sie können sich z.B. an www.verwaiste Eltern.de wenden.

Manchmal hilft folgende Überlegung:
Das Leben ist wie das Meer: mal schwimmt man tief unten im Wellental. Es besteht aber immer die Gewissheit, dass man irgendwann auch wieder nach oben kommt.

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