Wie können Kinder vor Unfällen in Haushalt und Garten geschützt werden?

Das Risiko für Unfälle bei Kindern ist deutlich größer als durch Erkrankungen. Jedes Jahr erleiden ca. 1,6 Millionen Kinder und Jugendliche Unfälle, davon mehr als ein Viertel zuhause und in der Freizeit. Nach dem ersten Lebensjahr sind Unfälle die häufigste Todesursache bei Kindern. Mit Hilfe einer guten Information sind über 50 % der möglichen Unfälle vermeidbar. Unfälle können zu bleibenden Schäden führen: bleibende Hautnarben bei Verbrennungen und Verbrühungen durch heiße Getränke, Narben nach Verletzungen sowie Entwicklungsstörungen nach einer heftigen Gehirnerschütterung oder sogar einer Hirnblutung. Dabei ist nicht zu vergessen der seelische Schaden, der nach Überwindung des Schreck- und Schockzustandes noch lange anhalten kann. Es ist bekannt, dass Kinder zum Beispiel nach einem Hundebiss über viele Jahre eine panische Angst vor Hunden zurück behalten.
Stürze sind die häufigsten Unfallursachen. Dabei steht an erster Stelle der Fall vom Wickeltisch: Die Mutter bückt sich nur einen Moment, um eine neue Windel zu holen, der Säugling schaut neugierig hinterher, dreht sich dabei und schon stürzt er auf den Boden. Treppen und Balkone müssen mit Gittern versehen werden, Gitterbetten müssen mit einem hohen Schutzgitter versehen sein. Die Babywippe darf nicht auf den Tisch gestellt werden. Eine große Gefahr sind Lauflernhilfen für Kinder von 8-12 Monaten: Die Kinder werden hineingesetzt, stoßen sich mit den Füßen am Boden ab und können eine große Geschwindigkeit erreichen. Dabei kommt es nicht selten zum Anstoßen an Möbeln und zu Treppenstürzen. Nebenbei lernen diese Kinder auch noch verspätet das "richtige" Laufen. In Kanada sind diese Lauflernhilfen wegen des Unfallrisikos bereits seit vielen Jahren verboten. Ein weiteres Risiko sind Tischdecken: Diese sind bis zum 6. Lebensjahr im Hauhalt verboten. Die Kinder ziehen daran und reißen heiße Getränke herunter und können sich verbrühen. Schon der heiße Inhalt einer einzigen Tasse kann bis zu 30% der Haut eines Kleinkindes verbrühen. Dies bedeutet in der Regel einen längen Klinikaufenthalt und die Gefahr bleibender Hautnarben. Bei Kochen auf dem Herd sollten nur die hinteren Herdplatten benutzt werden, die Stiele von Töpfen und Pfannen sollten nach hinten gedreht werden. Am Besten ist ein Herdschutzgitter. Herunterhängende Kabel von Wasserkochern, Kaffeemaschinen und Bügeleisen sollten vermieden werden. Auch sollte in den ersten Lebensmonaten wegen der Erstickungsgefahr auf ein Kopfkissen verzichtet werden. Ein Schlafsack ist sicherer als eine Decke, die leicht über den Kopf gezogen werden kann. Kleine Gegenstände wie Knöpfe, Murmeln, Nüsse und Münzen dürfen nicht erreichbar sein. Kleinkinder haben noch eine starke orale Phase: alles was in die Hand genommen wird, wird auch in den Mund gesteckt und verschluckt. Plastiktüten gehören im Haushalt verbannt, sie können leicht über den Kopf gezogen werden und zur Erstickung führen. Die nächste Gefahr droht in Badewanne, Planschbecken sowie an Gewässern: Wenn Kinder im Alter von 0-4 Jahren ins Wasser fallen, können sie sich nicht eigenständig helfen und können ertrinken. Dies gilt auch für Regentonnen im Garten, die abgedeckt werden müssen. Schließlich muss noch auf die Gefahren durch Medikamente, Haushaltsreiniger, Pflanzenschutzmittel, Lampenöle und Alkohol hingewiesen werden. Bei Kindern im Haushalt ist Rauchen verboten: Zigarettenkippen enthalten eine besonders hohe Konzentration an Nikotin und anderen Giftsstoffen, die für Kleinkinder gefährlich sind. Bei Verdacht auf Verschlucken von Tabak muss dieser in der Klinik durch Auslösen von Erbrechen rasch wieder nach außen befördert werden.

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