Wie kann man eine Scheideninfektion frühzeitig erkennen?

Der pH-Wert (Säuregrad) der Scheide sollte regelmäßig überprüft werden.

Um eine Scheideninfektion möglichst sicher zu verhindern, zumindest aber eine solche Entzündung auszuschließen, sollte der pH-Wert in 3-4 tägigen Intervallen selbst untersucht werden.

Das geht zwar mit normalem Lackmuspapier, aber am besten mit einem sog. Selbsttest (Careplan VpH®). Dabei handelt es sich um einen Einmal-Handschuh, der mit einem Stück Lackmuspapier präpariert ist. Man führt den Zeigefinger 3 cm tief in die Scheide ein und vergleicht den sich verfärbenden Lackmusstreifen mit einem beiliegenden Schema und kann den pH-Wert bestimmen.

Bei einem pH-Wert von 4,4 oder weniger können die meisten Bakterien nicht zur Entfaltung kommen. (s. auch nächste Frage: Was kann man tun, um eine Frühgeburt zu vermeiden). Bei einem pH-Wert über 4,4 sollte ein bakteriologischer Abstrich beim Frauenarzt gemacht werden und bei Bedarf eine Behandlung eingeleitet werden.

Diese Methode, die vom Altvater der deutschen Praenatal- und Perinatalmedizin, Prof. Dr. E. Saling aus Berlin entwickelt wurde, hat bei Studien in Erfurt sowie ganz Thüringen zu einem deutlichen Rückgang der Frühgeburtlichkeit geführt. Leider erstatten nur wenige Krankenkassen die Kosten dieses pH-Tests.

Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach: Ein paar Euro für die Handschuhe erscheinen doch günstiger als die wochenlange Behandlung eines Frühgeborenen im Krankenhaus. Die Medizinjournalistin M.E. Lange-Ernst schreibt 2005: "das Projekt rechnet sich, wenn pro Jahr drei Babys, die mit weniger als 1000 g zur Welt gekommen wären, nun gesund das Licht der Welt erblicken".

Selbstverständlich wird man damit nicht alle Frühgeburten verhindern können, weil es ja noch andere auslösende Faktoren gibt (s. nächste Frage), andererseits ist jede Verringerung der Frühgeburtenzahl ein Erfolg.

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