Wie kann Karies vermieden werden?

Karies ist eine Erkrankung der Zähne durch Zerstörung der Zahnsubstanz, die in den letzten Jahrzehnten durch prophylaktische Gabe von Fluor um 50% verringert werden konnte. Fluor hat auch einen schützenden Effekt für Erwachsene, daher sollte in jedem Lebensalter Flur über fluoriertes (und jodiertes) Speisesalz zugeführt werden. Bei vielen Kindern besteht als Voraussetzung zur Bildung von Karies eine familiäre Häufung. Sie beherbergen in besonderem Maße spezielle Bakterien in ihrer Mundhöhle (besonders Streptokoccus mutans), die nicht von Geburt an auf der Mundschleimhaut vorhanden sind, sondern durch die Eltern übertragen werden. Die geschieht durch den Speichel der Eltern beim Ablecken des Schnullers oder des Saugers, um ihn zu "säubern". Deshalb sollte diese weit verbreitete Unsitte unterlassen werden. Ebenso sollte zum Verkosten von Beikost immer ein anderer Löffel als der Kinderlöffel genommen werden. Man wird damit zwar nicht verhindern, dass die Kariesbakterien auf die Mundschleimhaut gelangen, doch der Befall kann mit dieser Vorsichtsmaßnahme möglichst lange hinausgezögert werden.

Besonders die Milchzähne müssen geschützt werden, da sie als Platzhalter für die noch wachsenden bleibenden Zähne dienen. Ein vorzeitiger Verlust durch Karies kann die Gebissentwicklung der Kinder erheblich beeinträchtigen, da Kariesbakterien sich stark vermehren und die bleibenden Zähne angreifen. Neben dem frühen Beginn der Zahnpflege sollte darauf geachtet werden, dass Säuglinge und Kleinkinder nicht stundenlang an der Flasche nuckeln, damit sie friedlicher sind. Dabei wirken nicht nur die zuckerhaltigen Getränke und Milchzucker in der Milch zerstörend, sondern alleine die Verdünnung des schützenden Speichels durch reines Wasser kann eine Karies beim "Dauernuckeln" auslösen.

Nicht allein der Zucker in Süßigkeiten und anderen Lebensmitteln dient den Kariesbakterien als Grundlage, auch Obst, Getreide- und Kartoffelprodukte können durch vergährbare Kohlenhydrate zu Zahnschäden führen. Alle diese Produkte sollten verantwortungsvoll und nicht zu häufig erlaubt werden. Der Zahnschmelz muss sich zwischendurch wieder "erholen" können. Das gründliche Zähneputzen sollte immer eine halbe Stunde nach dem Essen geschehen, um den Zahnschmelz nicht zusätzlich zu schädigen. Denn die bei der Umwandlung des Zuckers entstehenden Säuren weichen den Zahnschmelz zusätzlich auf und werden durch die Bürste angegriffen. Nach neuen Erkenntnissen sollen Milch und Käse vorbeugend gegen Karies wirken. Das Casein der Milchprodukte verbindet sich bereits im Mund mit Calcium und Phosphat und sorgt dort nach einem Säureangriff für die Remineralisierung des Zahnschmelzes. Der Speichelfluss während des Essens verdünnt zusätzlich die Säure und schützt damit ebenfalls den Zahnschmelz. Fluor in Tablettenform sollte mindestens bis zum Ende des zweiten Lebensjahres gegeben werden. Wenn die Zähne bis zu diesem Zeitpunkt frei von Karies sind, ist die Zuführung von Fluor über fluorhaltiges Kochsalz und fluorhaltige Zahnpasta ausreichend.
Ausgeprägte Karies bedeutet für die Kinder eine schwere Belastung. Sie leiden besonders bei kalten und heißen Nahrungsmitteln, da die freiliegende Zahnwurzel gereizt wird. Diese Kinder sind daher schlechte Esser, sie nehmen an Gewicht ab und sind besonders anfällig gegenüber Infektionskrankheiten. In einer aufwändigen Zahnoperation in Narkose muss dann das Gebiss saniert werden, um die Entwicklung der Kinder nicht zu gefährden.

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