Wie geht man mit dem vorgeburtlichen Absterben eines der Kinder um?

Da die menschliche Gebärmutter im Gegensatz zu vielen tierischen nicht auf Mehrlinge eingerichtet ist, besteht bei Mehrlingsschwangerschaften leider immer ein erhöhtes Risiko, ein Kind zu verlieren.. Das stellt für die Eltern eine hohe emotionale Belastung dar, deren Augenmerk sich dann aber auf den überlebenden Zwilling verlegt.                                                Besonders im ersten Drittel der Schwangerschaft kommt es dazu, dass ein Kind nicht mehr weiterwächst und abstirbt und es sich langsam auflöst,das bedeutet, dass der abgestorbene Zwilling vom Köper der Mutter weitgehend resorbiert wird, so dass er mehr und mehr verschwindet deshalb: vanishing twin (verschwindender Zwilling). Dies bedeutet keine Gefährung für die Mutter und das verbleibende Kindsolange es sich um zweieiige Zwillinge handelt, die in je einer Chorionhöhle liegen (dichorial).

Bei monochorialen Zwillingen hingegen, also bei solchen, die in einer Chorionhöhle heranwachsen, hängt die Überlebenswahrscheinlichkeit des lebenden Feten von der jeweiligen Schwangerschaftswoche ab. Je später der intrauterine Fruchttod eingetreten ist, umso günstiger sind die Überlebenschancen. Bei einem Kindstod in späterer Phase ist somit zunächst ein abwartendes Vorgehen sinnvoll. Die Ängste, der zugrunde gegangene Fetus könnte den anderen infizieren, ihn bedrängen usw. sind fast nie begründet.

Im Grunde besteht bei jeder Schwangerschaft ein Fehlgeburtsrisiko, häufig durch einen fehlerhaften Chromosomensatz. Naturgemäß ist das Risiko bei zweieiigen Zwillingen doppelt so groß. Anders sieht es bei eineiigen Zwillingen aus, da es häufig auf der Plazenta Gefäßverbindungen bestehen, die die Blutkreisläufe beider Kinder miteinander verbinden. Hier eine Entscheidung zu treffen, gehört zu dem schwierigsten in der Geburtshilfe, vergleichbar der: was tun mit einem schwer fehlgebildeten Zwilling.

Vergleicht man die Verlustraten von eineiigen und zweieiigen Zwillingen nach der 12. Schwangerschaftswoche, so ergeben sich bei den zweieiigen Zwillingen Verluste zwischen 2 und 3 %, bei den eineiigen hingegen zwischen 12 und 14 %.

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