Wie gehen Frauen mit einer Fehlgeburt um? Gibt es psychische Belastungen?

Eine Fehlgeburt stellt in jedem Fall auch eine enorme physische und psychische Belastung für die Patientin dar und zwar völlig unabhängig davon, in welcher Schwangerschaftswoche sie sich befunden hat. Man sollte nicht glauben, dass sie nach Beendigung dieser in jeder Beziehung schmerzhaften Prozedur sofort wieder zum Normalleben zurückkehren kann.

Viele Frauen leider unter dem belastenden Ereignis. Auch gutgemeinte Aufmunterungen wie: „ist doch gut, dass das so früh passiert ist, vielleicht hättest Du ein krankes Kind bekommen“, helfen kaum über den Verlust hinweg.
Hinzukommt, dass Freunde und selbst Familienangehörige, die zunächst ihr Bedauern zum Ausdruck gebracht haben, sich nach 2-3 Monaten zurückziehen und meinen, nun müsse es mit der Trauer auch vorbei sein.

Sie selbst werden aber immer wieder mit den Fragen konfrontiert, „warum ich“ und „warum überhaupt – wir hatten uns doch schon so auf das Kind gefreut“ und finden kaum mehr Gesprächspartner.
Man sollte die Bewältigung einer Fehlgeburt nicht auf die leichte Schulter nehmen, die Folgen können lang dauernde Depressionen sein.
Übrigens steht Frauen nach einer Fehl- oder Totgeburt die Betreuung einer Hebamme zu (5. Sozialgesetz); sie kümmert sich bis zu 8 Wochen um die Nachsorge und kann Trost spenden.
Ggf. ist die Unterstützung durch Selbsthilfegruppen (www-verwaiste-Eltern.de) besonders hilfreich. Unter Umständen gelingt aber auch dort die Aufarbeitung des erlebten Traumas nicht, und man muss sogar professionelle Hilfe durch einen Psychotherapeuten in Anspruch nehmen.

Nicht vergessen sollte man die Gefühle einer Frau, die mit dem Erlebnis einer Fehlgeburt eine neue Schwangerschaft beginnt. Oft gibt es Ängste, die nächste Schwangerschaft könnte ebenso verlaufen, wie die vergangene. Manchmal ist auch hier professionelle Hilfe ratsam.
 

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