Wie erfolgreich ist eine Eizell-Kryokonservierung / social freezing?

Da sich die Labortechniken in den letzten Jahren deutlich verbessert haben, bietet das Tieffrieren (Kryokonservierung) von unbefruchteten Eizellen eine neue Chance, insbesondere für Frauen ohne feste Partnerschaft. 

Diese auch als "social-freezing" bezeichnete „Mutterschaft auf Eis“ Metrhode wird in Deutschland noch nicht übermäßig oft angewendet, wird aber vermutlich in der gesellschaftlichen Situation, in der wir uns befinden, sicher bald mehr Zuspruch erfahren. 

Damit ist gemeint, dass Frauen, die beruflich stark eingespannt sind und derzeit keinen Partner haben, nicht bis zu einem Zeitpunkt warten wollen (über 40 Jahre), an dem die Chance für eine Befruchtung immer geringer wird.

 

Allerdings müssen sich diese Frauen einer hormonellen Stimulation unterziehen, um eine größere Anzahl von Eizellen gewinnen zu können. Diese Eizellen müssen mit einer Punktion aufgenommen und tief gefroren werden. Sie behalten dabei das Alter der Patientin zum Zeitpunkt der Punktion und können über viele Jahre eingelagert bleiben.

Verständlicherweise ist dies keine Leistung der Krankenkassen. Man sollte mit schätzungsweise 10.000 € rechnen plus 400 € Einlagerungskosten pro Jahr.  Die mögliche Schwangerschaftsrate dürfte zwischen 20 und 40 % pro Punktionsversuch liegen. Eine Garantie auf ein Kind gibt es also nicht.

(In Großbritannien wurde bereits seit 2000 die Oozytenkonservierung im Rahmen eines Programms zum Erhalt der Fruchtbarkeit bei Tumorpatienten eingeführt; 2002 wurde das erste Kind auf diese Weise geboren. Diese Methode, auch in-vitro-maturation (IVM) genannt, hat sich aber nicht durchgesetzt, da die Schwangerschaftsraten viel zu niedrig waren und gehäuft Fehlgeburten und Fehlbildungen aufgetreten sind.)

 

Deutlich bessere Chancen ergeben sich, wenn in einer festen Partnerschaft, die Eizelle im Reagenzglas, also außerhalb de Mutterleibes (in vitro) befruchtet werden kann, und die befruchtete Oocyte kryokonserviert wird (Vitrifikation genannt). 

Da die Patientin aufgrund der anstehenden Chemotherapie meist nur einen Stimulationszyklus durchlaufen kann, können je nach Alter 5-15 Eizellen gewonnen werden. Die Stimulierung des Eierstocks dauert etwa 11 Tage.

Natürlich wäre es besser, man könnte noch einen weiteren Zyklus stimulieren, um mehr Eizellen zu gewinnen, die Zeit hat man aber oft nicht. Mit den eingefrorenen befruchteten Eizellen (PNs = Pronucleus Stadium)liegen die Schwangerschaftsraten zwischen 20 und 25 %.(persönl. Mitteilung Dr.A.Horn, 2012). 

 
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