Welches ist der beste Zeitpunkt im Wochenbett zum Einlegen einer Spirale?

In Deutschland geht man allgemein davon aus, eine Spirale erst nach vollständiger Rückbildung der an der Geburt beteiligten Organe einzulegen, also nach 6-12 Wochen.
Angeblich sei bei einer früheren Einlage mit vermehrten Perforationen (Durchstoßen der Gebärmutterwand beim Einlegen der Spirale), dem Verlagern der Spirale, ggf. sogar mit der häufigeren Ausstoßung und dem vermehrte Auftreten von Infektionen zu rechnen.

Aber, sowohl die Empfehlungen der WHO als auch der britischen FSRH aus den Jahren 2009 bzw. 2004 besagen, dass eine Einlage der Spirale in den ersten 48 Stunden nach der Geburt bzw. nach dem Ausstoßen der Plazenta möglich sei, da die Spirale bei diesem Vorgehen seltener ausgestoßen würde als bei späterer Einlage. Komplikationen wie Verletzungen und Infektionen würden ebenfalls nicht häufiger auftreten.
Hier muss allerdings angemerkt werden, dass die WHO sich der Gesundheitsfürsorge auf der ganzen Welt verpflichtet fühlt. In vielen Dritte-Welt-Ländern ist der Zeitpunkt der Geburt der einzige, an dem eine medizinische Versorgung überhaupt möglich ist.

Im Gegensatz dazu haben Deutschland bzw. in ganz West-Europa Schwangere und Wöchnerinnen meist regelmäßigen Kontakt zu ihren Frauenärzten, zudem besteht jederzeit ein Zugang zu diversen Verhütungsmitteln, so dass eine Spirale nach Bedarf eingesetzt werden kann.

Bei einem Kaiserschnitt wird empfohlen, die IUP-Einlage (Intrauterin-Pessar) im Rahmen der Operation durchzuführen. Sollte das versäumt worden sein, sollte eine Spiralen-Einlage erst nach frühestens 28 Tagen erfolgen.
 

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