Welche Schmerzlinderung in welcher Geburtsphase?

1. Im frühen Wehenstadium lassen sich die Beschwerden meist durch Massage oder durch „Wegatmen“ beseitigen, also durch das Einatmen durch die Nase und Ausatmen durch den Mund mit lockeren Lippen, (so wie ein Pferd locker ausschnauben).

Halten Sie die Luft nicht an und atmen nach jeder Wehe tief in den Bauch, als wenn er sich aufblähen würde.
Diese Phase nennt man auch die
Eröffnungsphase, d.h. mit jeder Wehe öffnet sich der Muttermund ein wenig mehr. Allerdings ist die Eröffnung von Null auf 10 cm auch harte Arbeit, weshalb die Geburt im Englischen „labor“ und im Französichen „travaille“ heißt, was jeweils Arbeit bedeutet.

Wenn Schmerzmittel erforderlich sein sollten, kann zunächst versucht werden, mit einem Spasmolytikum krampflösen auf die glatte Muskulatur des Muttermundes einzuwirken. Bei stärkeren Schmerzen fördern Opioide (morphinähnliche Substanzen) die Entspannung in der Wehenpause und wirken damit kräfteschonend.
Wenn das, oder eine lokale Betäubung (Pudendusanästhesie), nicht ausreichen, kann auch eine Periduralanästhesie gelegt werden.

2. In der Übergangsphase
Kommen die Wehen rascher und intensiver. Jetzt kann man die Periduralanästhesie nachdosieren. Opioide bieten sich jetzt nicht mehr an, da sie auch auf das Kind übergehen und die Atemtätigkeit des Neugeborenen hemmen können, zugleich machen sie das Kind schläfrig und wirken sich auf seine Wärmeregulation aus. Auch andere Schmerzmittel werden nicht mehr gern gegeben, für Sie aber ein Zeichen, dass Sie es bald geschafft haben.

Meist wird von den Frauen diese Phase, die ca. eine halbe Stunde dauert (es gibt aber auch viel kürzere und längere Phasen), als die unangenehmste bezeichnet. Die Wehen kommen heftig und unregelmäßig, so dass ein Wegatmen schwer wird. In dieser Phase ist die Angst am größten, die Kontrolle über sich zu verlieren. Man würde am liebsten heftig mitpressen, was aber unterbleiben sollte, wenn der Muttermund noch nicht vollständig eröffnet ist.

3. Austreibungsphase
Ihr Kind hat mittlerweile den Beckenboden erreicht und löst damit einen Pressreflex aus, sie verspüren den Drang zu pressen. Aber achten Sie auf die Ansagen der Hebamme oder des Arztes. Zu frühes Pressen erschöpft Sie und das Baby.

Die Wehen sind jetzt sehr stark und belasten Mutter und Kind gleichermaßen. Sie sind aber für die Mütter meist erträglicher, weil sie endlich mitpressen dürfen.
Üblicherweise sind es 3-5 Presswehen in 10 Minuten, da bleibt wenig Zeit zum tiefen Luftholen und Entspannen. Diese Phase dauert 30 – 50 Minuten.
Und?
Nur wenig später halten Sie Ihr Kind in den Armen, der höchste Lohn für Ihre Mühen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.