Welche Hauterkrankungen können während der Schwangerschaft auftreten?

Glücklicherweise wenige. Neben dem generellen Jucken in der Schwangerschaft kommt es am Bauch gelegentlich zu kleinen juckenden Quaddeln, meist beim ersten Kind und dann fast nur in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft. Zudem bilden sich Ekzeme mit juckenden und trocknen Stellen, meist aufgrund einer Veranlagung zu Neurodermitis.

In der Schwangerschaft entstehen häufig neue kleine Blutgefäße in der oberen Körperregion, also kleine erweiterte Äderchen (Spider Nävi) oder auch kleine, leicht blutende, aber völlig harmlose Blutschwämmchen und Knötchen. Die siedeln sich gern am Zahnfleisch und in der Mundhöhle an, deren Schleimhaut wie auch die Genitalschleimhaut während der Schwangerschaft stark durchblutet ist. Auch Wassereinlagerungen können das Bindegewebe zusätzlich belasten. Nach der Schwangerschaft bilden sich diese Hautveränderungen fast immer zurück.

Hautkrankheiten, die schon vor der Schwangerschaft bestanden, können sich in der Schwangerschaft verbessern oder verschlechtern. Das hat mit der hormonellen Umstellung und Veränderungen im Immunsystem der  Schwangeren zu tun. Aus immunologischer Sicht handelt es sich bei dem ungeborenen Kind um einen völlig andere Organismus – bedingt durch das väterliche Erbgut – , und das Immunsystem der Mutter muss lernen, diese Andersartigkeit erst einmal zu akzeptieren. Dies stellt höchste Anforderungen an die immunologische Toleranz der Mutter.

 

Alle Fragen zum Thema „Haut und Schwangerschaft“, sind mit Einverständnis der Autoren dem Buch: „Haut, gesund, schön, gepflegt“ von Prof. Dr. V. Steinkraus, Prof. Dr. K. Reich und Marie-Anne Schlolaut, erschienen im Dumont-Verlag, entnommen.

 

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