Welche der bekannten Narkosemethoden werden beim Kaiserschnitt eingesetzt?

Noch in den 70er Jahren war es üblich, den Schwangeren zur Minderung ihrer Wehenschmerzen Lachgas zum Einatmen zu geben. Das ist ein wenig aus der Übung gekommen.                                               Hingegen wird die bei Operationen übliche Intubationsnarkose (Vollnarkose mit Einführen eines Beatmungsschlauches in die Luftröhre) besonders bei Notfällen unter der Geburt noch verwendet.

Der Nachteil der Intubationsnarkose besteht aber darin, dass man die Geburt des Kindes verschläft und nicht bewußt erleben kann. Dies und mögliche Komplikationen dieser Narkose haben dazu geführt, dass mehr und mehr die sog. Spinal- oder Periduralanaesthesie (auch Kreuzstich genannt – der Einstich findet im Kreuzbeinbereich statt) eingesetzt wird. Bei dieser Methode handelt es sich um eine Rückenmarkkanal-Anästhesie,  Das örtliche Betäubungsmittel wird dabei in den Spalt zwischen den beiden, das Rückenmark umschließenden, harten Rückenmarkkanalhäuten gespritzt.

Bei der Intubationsmethode gehen innerhalb von ca. 3 Minuten die angewendeten Narkosemittel auf das Kind über und machen das Kind schläfrig. Die Ärzte haben also nach dem Beginn der Narkose ca. 3 Minuten Zeit, um das Kind per Kaiserschnitt an das Licht der Welt zu holen.

Im Gegensatz dazu handelt es sich bei der PDA, auch Leitungsanästhesie genannt (weil sie die Weiterleitung der Schmerzempfindung in den Leitungen des Rückenmarkes unterbindet), um eine Medikation, die nicht auf das Ungeborene übergeht. So bleibt Zeit, das Kind nach dem Schnitt in Ruhe "zu entwickeln", wie es im Kreißsaal heißt; zudem bleiben Sie ansprechbar und können die Geburt Ihres Kindes miterleben.

Im Falle eines sofortigen Not-Kaiserschnitts wird allerdings aus Zeitgründen keine PDA (Periduralanästhesie) mehr möglich sein. Hier muss, wie bei anderen Notfällen auch eine andere Priorität gesetzt werden, es geht dann um Ihre Gesundheit und den Erhalt Ihres Lebens ebenso, wie dem des Kindes.

 

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