Welche Behandlungsmöglichkeiten beim feto-fetalen-Transfusionssyndrom (FFTS) gibt es?

Zum einen wird versucht, die übermäßig große Fruchtwassermenge durch Fruchtwasserpunktionen zu vermindern. Zum anderen werden in speziell ausgerüsteten Zentren die Blutgefäßverbindungen auf der Plazenta unterbrochen, die für die ungleiche Versorgung der Feten verantwortlich sind. Das geschieht mittels Laserkoagulation (Verkochen).

Das Problem der Fruchtwasserpunktionen ist, dass das Fruchtwasser relativ schnell wieder nachläuft, so dass Punktionen in kurzen Abständen wiederholt werden müssen. Da aber das eingriffsbedingte Risiko bei Fruchtwasserpunktionen ab der 20. Schwangerschaftswoche bezüglich einer Fehl- oder Frühgeburt niedriger liegt als bei Punktionen in der 15. Schwangerschaftswoche, kann versucht werden das Frühgeburtsrisiko, das beim FFTS durch die vermehrte Fruchtwassermenge besteht, mittels häufiger Punktionen zu senken.

In einigen Zentren, (z. B. Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf – Prof. Hecher), wird versucht, mittels Laserkoagulation im Rahmen einer Fetoskopie (intrauterine Betrachtung der Fetus mittels einer dünnen Optik) die Gefäßverbindungen zu durchtrennen. Dieser Eingriff wird überwiegend um die 20. Schwangerschaftswoche herum durchgeführt.

Die Risiken beider Methoden, insbesondere die Überlebensrate der Kinder betreffend, sind etwa gleichgroß, allerdings sind Folgeschäden der Kinder nach Laserkoagulation nach F. Bahlmann deutlich geringer. Eine Laseruntersuchung sollte allerdings möglichst bis zur 20. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden, im Einzelfall auch später.

Auf Grund der allgemein wachsenden Erfahrung mit der Lasermethode erfolgt die Indikationsstellung zunehmend großzügiger, so dass vermehrt auch schon Eingriffe im FFTS-Stadium I nach Quintero (siehe Frage: "Wie sind die Chancen für Kinder mit einem feto-fetalen-Transfusionssyndrom (FFTS)?") erfolgen.

Eine Indikation zur Laserkoagulation besteht bei einem größten Fruchtwasserdepot (senkrecht gemessen) von über 8 cm beim Empfänger und weniger als 2 cm beim Spenderfeten.

Auf dem Wege zu dieser Verschlechterung beim FFTS sind allerdings in einem Pränatalzentrum wöchentliche Kontrolle erforderlich, da es hier rasch zu einer Änderung kommen kann.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.