Was wird beim Erst-Trimester-Screening (FTS) untersucht (Untersuchung in der 12. bis 14. Schwangerschaftswoche)?

Diese Untersuchung wird auch First-Trimester-Screening oder "Nackentransparenzmessung" oder "Nackenfaltenmessung" genannt. Das ist eine Suchmethode (Screening) vor allem nach chromosomalen und anderen Fehlbildungen (bsd. Herzfehler), die in der 12.-14. (11+0 bis 13.+6. SSW) Schwangerschaftswoche mittels Ultraschall durchgeführt werden kann.
Es werden die Scheitel-Steißlänge Ihres Kindes zur relativ exakten Bestimmung des Schwangerschaftsalters gemessen, die Nackentransparenz (auch "Nackenfalte" genannt), ggf. auch das knöcherne Nasenbein, die Frequenz des kindlichen Herzens u.a.

Zusätzlich können mit guten Ultraschallgeräten alle Gliedmassen, die Wirbelsäule, der Magen und die Harnblase sowie die Schädelform und das Herz mit untersucht werden und alle Extremitäten natürlich.

Um eine möglichst sichere Risikoberechnung zu ermöglichen, sollte Ihre Gynäkologin/Gynäkologe dafür zertifiziert sein, d.h. er muss einmal im Jahr eine Reihe von Untersuchungsbefunden anonymisiert (also ohne Nennung des Namens), einer Kommission in Deutschland (die FMF-Deutschland = fetal medicine foundation) vorlegen. Eine Reihe von Ärzten ist auch bei der FMF – London zertifiziert.

Das Risiko wird, wie das Altersrisiko, in Anteilen von z.B. 1:350 angegeben. Das sind 1 Fall auf 350 Patienten. Ausgegangen wird von der Größe der Nackentransparenz (sie erscheint im Ultraschall durchscheinend, daher der Name) und wird in Millimetern bestimmt. Man nennt es im allgemeinen Sprachgebrauch auch Nackenfalte, das ist aber eigentlich keine Falte, sondern eine Flüssigkeitsansammlung im Nackenbereich und liegt etwa zwischen 1 und 2,5 mm im Normbereich. Nun bedeutet aber ein größerer Wert als 2,5 mm auf keinen Fall, dass das Baby krank sein muss, es ändert sich lediglich das Risiko, dass das Kind krank sein könnte. Aus 1:350 würde dann z.B. 1:125, das bedeutet, dass immer noch 124 von 125 Kinder gesund sind. Machen Sie sich also nicht so viel Sorgen.

Unter Umständen können weitergehende Ultraschalluntersuchungen vor der 14. (13+6) Schwangerschaftswoche (Nasenbeinmessung, Ausschluss einer Tricuspidalinsuffizienz (Rückfluss über die Klappe zwischen rechter Herzkammer und rechtem Vorhof), sowie die Messung des Blutflusses im Ductus venosus, einem dünnen Blutgefäss zwischen Nabelvene und Herz sowie das First-Trimester-Serum-Screening) weiteren Aufschluss geben.

Aber: auch wenn die Erkennungsrate von Chromosomen-Fehlverteilungen mittlerweile bei weit über 90 % liegt, das FTS ist eine Wahrscheinlichkeitsrechnung, keine Diagnose (diese erhält man bislang nur über invasive Eingriffe, wie Amniocentese oder Chorionzottenbiopsie).

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