Was versteht man unter einer Hashimoto-Thyreoiditis?

Das ist der Fachausdruck für eine gut erklärbare Erkrankung. Es handelt sich um eine ganz bestimmte Entzündung der Schilddrüse, benannt nach dem Japaner Hakaru Hashimoto, der diese Krankheit als erster beschrieb. Dabei greift das Immunsystem, das den Organismus eigentlich vor körperfremden, ihn krank machenden Eindringlingen schützen soll, entgegen diesem Auftrag den eigenen Körper an, in diesem Fall die Schilddrüse. Man nennt das auch eine Autoimmun-Krankheit. Es entwickelt sich dann früher oder später eine Schilddrüsen-Unterfunktion mit Symptomen wie Müdigkeit, depressive Verstimmung, Haut- und Nagelveränderungen, verlangsamtem Herzschlag und Gewichtszunahme. Manchmal geht der Unterfunktion aber auch die kürzere Phase einer Überfunktion voraus. Dann leiden die Frauen zunächst unter Nervosität, Herzrasen, Schwitzen, zitternden Händen und Gewichtsverlust. Die Hashimoto-Thyreoiditis tritt oft auch im Zusammenhang mit stärkeren hormonellen Veränderungen (Wechseljahre, Entbindung) auf und wird überwiegend bei Frauen jenseits des 40. Lebensjahres diagnostiziert.
Der Verdacht auf diese Form der Schilddrüsen-Entzündung taucht bei Laborkontrollen durch den Nachweis bestimmter Antikörper auf. Die Abgrenzung gegenüber anderen Schilddrüsen-Erkrankungen, etwa der Basedow’schen Erkrankung, die auch mit einer Überfunktion einhergehen kann, sollte ein Hormonexperte vornehmen.
Dass es sich tatsächlich um eine Hashimoto-Thyreoiditis handelt, lässt sich schließlich durch eine Feinnadel-Punktion bestimmen, bei der Gewebe aus der Schilddrüse entnommen und im Labor untersucht wird. Die Krankheit gilt als nicht heilbar, doch kann sie medikamentös wirksam behandelt werden. Eine Sonderform der Entzündung ist die Hashimoto-Thyreoiditis nach einer Entbindung, die meistens ohne schwere Symptome abläuft und deshalb auch nur selten mit Medikamenten behandelt wird. Es muss aber jede Form der Erkrankung regelmäßig durch Laborkontrollen beobachtet werden.

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