Was versteht man unter einem hypoplastischen Linksherzsyndrom?

Das Herz besteht üblicherweise aus 4 Kammern, den beiden Hauptkammern und den beiden Vorhöfen, im Ultraschall erkennbar und als "Vierkammerblick" benannt.

Die linke Herzkammer pumpt das sauerstoffreiche Blut über die Körperschlagader (Aorta) in den gesamten Körperkreislauf. Zurück fließt dann das sauerstoffarme über die untere und obere Hohlvene in den rechten Vorhof, von dort über eine Klappe (Tricuspidalklappe) in die rechte Herzkammer. Diese pumpt es in die Lunge, damit sich das Blut wieder mit Sauerstoff aufladen kann. Von dort fließt es den linken Vorhof und durch die Mitralklappe in die linke Kammer, womit der Kreislauf geschlossen ist.

Bei einem hypoplastischen Linksherzsyndrom ist die linke Kammer gering- oder gar nicht ausgebildet und die daraus entspringende Hauptschlagader (Aorta) verkümmert. Das in der Placenta sauerstoffreich gemachte Blut gelangt fast ausschliesslich von der rechten Herzkammer über die Lungenschlagader und den Ductus Botalli (das ist die vorgeburtliche Verbindung zwischen der Lungen- und der Körperschlagader) in den Körperkreislauf. Schließt der sich aber der Ductus Botalli am 3. Tag nach der Entbindung, wird der Körper nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, das Kind läuft blau an und befindet sich in höchster Lebensgefahr.

 

Eine sofort durchgeführte Herzoperation kann das Kind retten, was vor einigen Jahren noch undenkbar war. Das gelingt aber natürlich viel besser, wenn man schon vor der Geburt weiß, was auf Eltern und Operateure zukommt.

 

Diese Operation (Norwood-Operation) sorgt dafür, dass Körper und Lungenkreislauf gleichermaßen aus einer Kammer versorgt werden. Allerdings sind dafür drei Operationen im zeitlichen Abstand erforderlich.

 
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.