Was tun bei Reisedurchfall?

Reisetips wie: „peel it, cook it or forget it“ helfen ebenso wenig eine Durchfallerkrankung (Diarrhoe) zu verhindern wie der gewöhnungsbedürftige Whisky-Schluck auf nüchternen Magen, denn z.B. Eiswürfel, häufig auch aus besseren Hotels, werden meist nicht mit abgekochtem Wasser gemacht, und Muscheln sind immer nur so gut, wie das Wasser, in dem sie aufgewachsen sind.

Was also tun? Probiotika stehen zwar bei vielen ganz oben auf der Liste, bessern aber eine Diarrhoe nicht.                                                                                                                                 Die bei Kindern so wirksamen Rehydratations-Lösungen (Lösungen zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes) wirken bei Erwachsenen schlecht, hier reicht auch Orangensaft mit Salz und Zucker, um das flaue Gefühl, das Wasser und Elektrolytverlust auslösen, zu mindern.
Loperamid, z.B. Immodium® oder Lopedium® verkürzt die Erkrankung nur wenig, „gibt aber durch seine rasche Wirkung dem Reisenden seine Würde zurück“,wie es auf dem 11.Forum für Reisen und Gesundheit in Berlin 2010 formuliert wurde.

Solche sog. Bewegungshemmer, die die Beweglichkeit des Darmes einschränken, sollten allerdings nur fieberfreien Patienten gegeben werden, um Komplikationen zu vermeiden. Bei einer Reisediarrhoe hat sich in mehreren Studien das Tanninalbuminat (TannacompⓇ) zur Prophylaxe und zur Therapie bewährt.

Die Kombination mit einem Antibiotikum z.B. Rifaximin, als Xifaxamim® im Handel, scheint die Krankheit deutlich zu verkürzen. Es ist zudem auch für Schwangere geeignet, weil es nicht resorbiert wird, also nicht in den Körper aufgenommen wird.

An entsprechenden Schutzimpfungen wird gearbeitet, sie sind entweder noch nicht zugelassen oder sollen erst demnächst in den Handel kommen.
Eine Indikation zur antibiotischen Therapie besteht bei:
• einem bakteriell ausgelösten Durchfall z.B. durch Shigellen,
• einer Giardiasis (Metronidazol) oder auch bei einer Infektion mit Amöben.


 

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