Was sind Wehen und wie fühlen sie sich an?

Als Wehen bezeichnet man das mehr oder weniger schmerzhafte Zusammenziehen (Kontraktion) der Gebärmutter. Wehen werden im einzelnen und abhängig von der jeweiligen Phase der Schwangerschaft und der Geburt nach ihrer Häufigkeit, ihrer Dauer, Regelmäßigkeit, Intensität und ihrer Wirkung unterschieden.

Was sind Schwangerschaftswehen?
Sie treten während der ganzen Schwangerschaft auf, auch schon in der Frühschwangerschaft. Sie sind meistens schmerzlos, oder machen sich unregelmäßig vier- bis zwölf Mal am Tag mit einem leichten Ziehen bemerkbar. Der Muttermund öffnet sich dabei nicht. Unter den Wehen steigert sich die Blutzirkulation und das Wachstum wird angeregt.
Die Gebärmutter (Uterus) besteht aus einem kunstvollen Geflecht von Muskelfasern, von denen sich mal die eine und mal die andere zusammenzieht, kontrahiert. Daher auch der Name Kontraktion. Diese Kontraktionen werden im verlaufe der Schwangerschaft häufiger und stärker, da sich immer mehr Muskelfasern daran beteiligen. Sie trainieren sozusagen für das große Ziel, die Geburt. (Ihrem Mann erklären Sie das am besten an einer Fußballmannschaft. Wenn jeder nur für sich spielt, können selbst große Fußballer scheitern – s. WM 2010 in Südafrika.). Je besser ein Team – also auch die Muskelfasern – zusammenspielt, um so effektiver funktioniert das.

Was sind vorzeitige Wehen?
Das sind Wehen, die vor der 37. Schwangerschaftswoche mit Wirkung auf den Muttermund und/oder den Gebärmutterhals einsetzen, meistens als Folge von Stress oder vaginalen Infektionen. Die Frequenz der vorzeitigen Wehen liegt deutlich über der von Schwangerschaftswehen. Zusätzlich kann sich häufig der Bauch der Mutter verhärten und ein Druckgefühl im Becken „nach unten“ einstellen. Da in solchen Fällen immer auch eine Frühgeburt droht, suchen Sie bitte baldmöglichst Ihren Arzt oder ein Krankenhaus auf.

Was sind Senkwehen?
Bei Senkwehen wird etwa von der 36. Schwangerschaftswoche an und meistens unregelmäßig der Bauch der Mutter deutlich härter, und das ist oft mit einem Ziehen im Rücken und leichten Schmerzen verbunden. Nachfolgend gehen in aller Regel die Beschwerden mit der Atmung (Sie bekommen wieder leichter Luft) und der Druck auf den Magen zurück, während der Harndrang häufiger wird. Zweck der Senkwehen ist, dass das Kind tiefer ins Becken eindringt und der untere Teil der Gebärmutter dadurch gedehnt wird.

Was sind Vorwehen?
Sie treten in den Wochen kurz vor der Geburt mitunter regelmäßig und unter Umständen in kurzen Abständen von nur einer Minute auf, halten über einige Stunden so an, gehen dann aber wieder zurück oder werden unregelmäßiger. Beim ersten Kind werden diese Vorwehen oft fälschlich auch als Geburtswehen gedeutet. Der Zweck der Vorwehen besteht darin, dass der Gebärmutterhals weicher wird, sich verkürzt und der Muttermund sich bis zu zwei Zentimeter öffnet. Das Kind kann dann tiefer in den Beckeneingang rutschen und Geburtswehen auslösen, doch manchmal vollzieht sich der Übergang in die Geburtswehen auch erst nach Stunden und vereinzelt sogar erst nach Tagen.

Wie fühlen sich Geburtswehen an?
Sie treten rhythmisch auf, sind krampfartig schmerzhaft und sowohl von zunehmender Dauer als auch von höherer Frequenz und stärkerer Intensität. Am Anfang der Geburtswehen treten sie, etwa jeweils 30 bis 90 Sekunden anhaltend, zwei- bis dreimal innerhalb einer halben Stunde auf, später zwei- bis dreimal in zehn Minuten. Ihr Zweck ist die Öffnung des Muttermundes und das weitere Absinken des Kindes.

Was sind Presswehen?
Sie entstehen, wenn der Muttermund vollständig (10 Zentimeter) eröffnet ist und das Kind sich tief genug im Becken befindet. Presswehen treten alle ein bis zwei Minuten auf, haben eine hohe Intensität mit starkem Druck (unwillkürlicher Pressdrang). Alles dies dient dazu, das Kind hinauszuschieben.

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