Was sind epigenetische Faktoren? Fehlerhafte kindliche Entwicklungen durch Sport verhindern.

Die Epigenetik ist ein Teilaspekt unserer menschlichen Entwicklung und beschreibt Veränderungen von Zelleigenschaften, und damit auch des menschliche Erscheinungsbildes. Dieses wird  weiter vererbt, ohne dass es in der DNA-Sequenz (Abfolge) zu Umschichtungen kommt. Die DNA, auch DNS (Desoxyribonucleinsäure), genannt –  im englischen DNAcid –  ist Bestandteil der Gene, die die 46 Chromosomen jeder einzelnen unserer Zellen bilden. Sie sind für die Vererbung zuständig.

Im Rahmen der Epigenetik können ganze Chromosomenabschnitte in ihrer Wirkungsweise beeinflusst werden. Diese veränderte Wirkungsweise wird auch als epigenetische Programmierung bezeichnet.
Die dabei ablaufenden sog. Methylierungsprozesse können zu Fehlentwicklungen führen. So steigt z.B. das Geburtsgewicht der Kinder im Laufe der letzten Jahrzehnte kontinuierlich an. Man weiß mittlerweile, dass das zu 30% von den epigenetischen Faktoren abhängig ist, in viel stärkerem Masse als von der eigentlichen Vererbung.
Man weiß auch mittlerweile, dass Kinder, die für ihre Schwangerschaftswoche
zu klein sind (small-for-date-Babys), später gehäuft ein erhöhtes Risiko für kardio-vaskuläre (Herz-Kreislauf) Erkrankungen haben. Auch das ist eine Folge fehlgelaufener Programmierungen.

Mit anderen Worten: durch fehlgelaufene Programmierungen bekommen übergewichtige Mütter schwerere Kinder, haben vermehrt Frühgeburten und komplizierte Geburten. Zusätzlich entwickeln Schwangere deutlich häufiger einen Schwangerschafts-Diabetes, der nicht selten in eine echte Zuckerkrankheit (Diabetes) übergeht.
Diese fehlerhafte epigenetische Programmierung lässt sich nur verhindern, wenn Schwangere zu Sport mit ausreichender Bewegung und angepasster Ernährung angehalten werden. (37. interdisziplinäres Forum der Bundesärztekammer „Fortschritt und Fortbildung in der Medizin, 2013)
 

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