Was sind eigentlich Wehen und fühlen sie sich an?

Die Gebärmutter besteht größtenteils aus Muskelgewebe, das in dünnen Schichten spiralenförmig und sich immer wieder überkreuzend die Gebärmutterwand bildet. Durch diese Anornung der einzelnen Muskelstränge kann auch ein vergleichsweise dünnes Gewebe eine enorme Kraft erzeugen, die notwendig ist, um das Kind "auszutreiben".
Als Wehen bezeichnet man das mehr oder minder schmerzhafte Zusammenziehen (Kontraktion) der Gebärmutter (Uterus). Wehen werden abhängig von der Schwangerschafts- bzw. Geburtsphase nach ihrer Häufigkeit, Dauer, Regelmäßigkeit, Intensität und Wirkung unterschieden.

Schwangerschaftswehen:
Treten die ganze Schwangerschaft über auf (auch schon in der Frühschwangerschaft)
Meist schmerzlos, oder nur kurzes, leichtes Ziehen. 4-10 mal pro Tag, unregelmäßig (Keine Muttermundsöffnung)
Zweck: Steigerung der Blutzirkulation, Muskelwachstum („Training“)

vorzeitige Wehen:
Wehentätigkeit vor der 37.SSW mit Wirkung auf Muttermund und/oder Gebärmutterhals (meist als Folge von Stress oder vaginalen Infektionen)
sehr häufiges Hartwerden des Bauches, deutlich über der Frequenz von Schwangerschaftswehen, evtl. Druckgefühl im Becken

Senkwehen:
Etwa ab der 36.SSW, meist unregelmäßig, deutliches Hartwerden des Bauches, oft mit Ziehen im Rücken und leichten Schmerzen verbunden. In der Folge meist weniger Beschwerden mit Magen (Druck lässt nach) und Atmung, jedoch häufiger Harndrang.
Zweck: Das Kind tritt tiefer ins Becken, der untere Teil der Gebärmutter wird gedehnt.

Vorwehen:
In den letzten Wochen vor der Geburt. Meist schmerzhaft und mitunter regelmäßig (u.U. in Abständen von 1 Minute) über einige Stunden auftretend, dann aber wieder nachlassend oder unregelmäßig werdend. Beim 1.Kind fälschlicherweise oft als Geburtsbeginn gedeutet.
Zweck: Gebärmutterhals wird weicher/ verkürzt sich und der Muttermund kann sich bis zu 2cm öffnen, somit kann das Kind tiefer in den Beckeneingang rutschen und Geburtswehen auslösen (manchmal Übergang in Geburtswehen nach Stunden, aber auch erst nach Tagen!)

Geburtswehen:
rhythmisch, schmerzhaft (krampfartig), mit zunehmender Dauer, Frequenz und Intensität
Frequenz zu Beginn: ~ 2-3 Wehen in 30 min., später 2-3 Wehen in 10 min., Dauer: 30 bis 90 sek.
Zweck:Eröffnung des Muttermundes und später das Tiefertreten des Kindes

Presswehen:
wenn der Muttermund vollständig eröffnet ist (10cm) und das Kind tief genug im Becken (Beckenboden)
Frequenz: alle 1-2 min., hohe Intensität, starker Druck (unwillkürlicher Pressdrang)
Zweck: Hinausschieben des Kindes

 

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