Was sind die LAM-Kriterien? (Laktations-amenorrhö-Methode)

Das sind Kriterien zur natürlichen Geburtenkontrolle bei stillenden Frauen, die 1995 von einer ExpertInnenkommission erarbeitet wurden.
LAM beruht auf der Tatsache, dass durch Stillen das Hormon Prolaktin in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet wird, das einen hemmenden Einfluss auf den Eisprung hat.

LAM-Kriterien lauten:

1. Das Kind wird voll gestillt. Die Stillabstände betragen 4, nachts maximal 6 Stunden. Es wird nur in geringem Maße mit Tee und Wasser zugefüttert.
Abpumpen der Milch und Flaschennahrung gelten nicht als „Stillen“.

2. Punkt 1 gilt nur, solange noch keine Regelblutung aufgetreten ist.
Als Regelblutung gilt eine Blutung über 2 Tage, mehr als 8 Wochen nach der Geburt. Dieser Effekt hält solange an, wie das Kind regelmäßig an der Brust saugt. Mit dem Auftreten der ersten Menstruation endet dieser Schutz.

Diese Methode ist hauptsächlich in Entwicklungsländern untersucht worden, weil sie dort die wichtigste und meist einzige Verhütungsmethode war und ist.

Die Wirksamkeit dieser Methode ist in mehreren großen internationalen Studien überprüft worden (van der Widen, C. et al. Cochrane database of systematic reviews, 2003, Issue 4.Art.No.: CD001329).
Der sog. Pearl-Index wird mit 2 angegeben. Dieser Index gibt an, wie viele von 100 Frauen, die ein Jahr lang verhüten, schwanger wurden.

Interessant in diesem Zusammenhang ist ein 1904 erschienenes Buch „Glücksehe“ von dem Piloten ! C. Buttenstädt, in dem er darüber berichtet, dass die Menstruation aufhören würde, und es nicht mehr zu einer Empfängnis kommen würde, wenn der Ehemann 3-4 mal täglich für 5-10 Minuten an der Brust saugen würde.
Diese „Entdeckung“ ist später weitestgehend bestätigt worden, leider liegt dazu kein Pearl-Index vor, der aussagt, wie viele Frauen dennoch schwanger wurden☺.

Anmerkung: Für das Thema „Verhütung im Wochenbett und in der Stillzeit“ wurde u.a. der Familienplanungsrundbrief der Pro familia (3, Oktober 2011) von Helga Seyler als Quelle in Anspruch genommen, wie auch die gemeinsame Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF) und des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF), „Notfallkonzeption“ vom 6.2.2013.(Frauenarzt 54 (2013) 108).

 

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