Was passiert im sog. Frühwochenbett und was ist das?

Als Frühwochenbett bezeichnet man die erste 7-10 Tage nach der Geburt. Bis zur Jahrtausendwende fand diese Zeit noch im Krankenhaus statt.

Der Grund dafür ist vielschichtig: die Rückbildung der Gebärmutter kann besser kontrolliert werden und eine Infektion, ebenso wie gravierende Kreislaufprobleme, wie Schock und zu starker Blutverlust können frühzeitig erkannt werden. 

 

Aufgrund der Erschöpfung der Mutter nach der Geburt und dem Abklingen der Rückenmarkanästhesie kann es zu Schüttelfrost und Kreislaufproblemen kommen.

Es können Schmerzmittel aufgrund der Kaiserschnittnarbe oder der Verletzungen von Scheide und Damm nötig werden. Auch das Aufstehen ist manchmal nur mit Hilfe möglich. Am 2.-4. Tag kann es zum Milcheinschuss in die Brust kommen und Sie der Hilfe einer Kinderkrankenschwester oder Stillberaterin bedürfen.

 

In dieser Zeit kann es auch, besonders bei Mehrgebärenden, zu schmerzhaften Nachwehen kommen – übrigens auch beim Stillen – ausgelöst durch das Hormon Oxytocin, das die wichtige schnelle Verkleinerung der Gebärmutter fördert.

 

Die Harnblasenfunktion sollte überwacht werden, die Blase sollte alle 4-6 Stunden entleert werden. Manchmal ist das nach der Geburt erschwert. Durch den starken Druck des kindlichen Köpfchens auch auf die Harnröhre können Schwellungen auftreten, die  zum anfänglichen Verlust des Harnblasenreflexes führen können. Manchmal muss deshalb die Harnblase katheterisiert werden.

 

Auch die Darmfunktion muss überprüft werden. Meist wird vor der Geburt der Darm entleert und es gibt flüssige Kost, so dass der Stuhlgang nach der Geburt nur schwer in Gang kommt. Sollte bis zum 4. Tag noch kein Stuhlgang erfolgt sein, muss mit Abführmitteln die Darmfunktion wieder hergestellt werden.

 

Bereits im Frühwochenbett erlernen Sie von Hebammen oder Physiotherapeutinnen die Wochenbettgymnastik, die Sie auch zu Hause weiter betreiben sollten, um die Spannung der überdehnten Muskulatur wieder herzustellen und um späteren Senkungsbeschwerden durch Anspannungen des Beckenbodens vorzubeugen.

 

Manchmal fällt das Aufstehen und Gehen schwer, da durch Überdehnung des Beckenringes die Symphyse (unter dem Schambeinhügel gelegen) und die Ileo-Sakralfugen (schmaler Gelenkspalt zwischen dem Kreuzbein und den beiden Beckenschaufeln) aufgelockert sind. Auch hier helfen gymnastische Übungen.

 

Heutzutage werden Wöchnerinnen lange vor Beendung des Frühwochenbettes, meist nach 2-3 Tagen, entlassen. In dieser Zeit benötigen Sie die Hilfe Ihres Partners, ggf. auch die von Familienangehörigen oder Freundinnen im Zusammenspiel mit einer Hebamme, die Sie regelmäßig zu Hause aufsuchen sollte.

Sollten diese Bedingungen bei Ihnen nicht vorhanden sein, versuchen Sie, den Krankenhausaufenthalt auszudehnen.

 
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.