Was passiert im Krankenhaus zur Vermeidung der Frühgeburt?

Bei drohender Frühgeburt ist Bettruhe notwendig, und wenn das Kind, etwa vor der 34. Schwangerschaftswoche, noch sehr unreif ist, empfiehlt sich eine stationäre Behandlung, um in dieser Zeit mit Medikamenten eine beschleunigte Lungenreifung herbeizuführen. Zudem werden regelmäßig so genannte CTG`s (Cardiotokogramme) geschrieben. Diese bestehen aus einem Wehenmesser und einem Übertragungsgerät der Herzfrequenz, die mit einem Gurt auf dem Bauch der Mutter befestigt sind. Mit ihnen werden Häufigkeit und Regelmäßigkeit der Wehen und die Herzaktionen des Kindes festgestellt. Sollten die laut hörbaren Herztöne des Kindes Sie ängstlich machen, dann bitten Sie die Hebamme, die Lautstärke ein wenig zurückzufahren.

Bei regelmäßigen Wehen und verkürztem Muttermund wird man versuchen, mit einer die Wehen hemmenden Infusion die Wehen zu stoppen. Die in der Fachsprache Tokolyse genannte Methode wird etwa von der 24. bis längstens zur 34. Schwangerschaftswoche eingesetzt.

Ein verkürzter Muttermund, die normale Länge beträgt etwa vier-fünf Zentimeter, kann bei einer vaginalen Untersuchung mit Ultraschall leicht festgestellt werden. Aber nicht nur die Länge des Muttermundes ist von Bedeutung, sondern auch seine innere Form an der tiefsten Stelle der Fruchthöhle. Es ist problematisch, wenn sich dort eine deutliche Eindellung, ein innerer Trichter, in Richtung zur Scheide befindet.

Früher hat man bei solchen und ähnlichen Fällen – was heute nur mehr in Notfallsituation geschieht – eine Cerclage (nach dem indischen Arzt Shirodkar benannt) angelegt, also operativ ein straffes Band um den Muttermund geschlungen und zugenäht. In größeren Studien ließ sich aber kein sicherer Vorteil für den Erhalt einer Schwangerschaft durch die Cerclage nachweisen.

Auch der totale operative Muttermundverschluss hat nicht völlig überzeugen können, möglicherweise wird dieser aber meist viel zu spät durchgeführt, so dass eine Infektion nicht mehr verhindert werden konnte.

Die Schwangere sollte in jedem Fall bei drohender Frühgeburt wissen: jeder Tag, den das Kind länger in der Gebärmutter verbleibt, ist ein gewonnener Tag für die bessere Reifung von Lunge und Gehirn. Und damit verbessern sich auch ganz wesentlich die Chancen für ein gesundes und zum Überleben befähigtes Kind.

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