Was passiert beim ersten Arztbesuch?

Beim ersten Besuch wird der Arzt Ihnen viele Fragen stellen, um sicher Ihre persönliche Situation bezüglich der Schwangerschaft beurteilen zu können. Er wird fragen stellen nach eventuell vorangegangenen Schwangerschaften, nach früheren Erkrankungen bei Ihnen und in der Familie. Gerade bei möglichen familiären Erkrankungen ist zu empfehlen, schon vor dem Arztbesuch über diese Fragen nachzudenken, und eventuell  auch mit Eltern und Geschwistern darüber zu sprechen.

Der Arzt wird dann auch Ratschläge geben, wie man sich während der Schwangerschaft bezüglich Ernährung, Medikamenteinnahme, Genussmittel, Berufsarbeit, Sport, Reisen und anderes mehr verhalten sollte und über Risiken, die im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft bestehen, aufklären.

Außerdem ist beim ersten Arztbesuch die Ermittlung des Entbindungstermins vorgesehen, und dazu sollten Sie den ersten Tag der letzten Regelblutung und die Dauer Ihres Zyklus angeben, sowie über die Regelmäßigkeit Ihres Zyklus Auskunft geben können. Der Arzt wird dann eine Untersuchung der Vagina vornehmen, dies auch mit einem Ultraschallstab, der in die Scheide eingeführt wird. Er kann damit erkennen, ob die Schwangerschaft intakt ist, er kann Angaben über das Alter und die Lage der Schwangerschaft erhalten und gleichzeitig eine Bauchhöhlenschwangerschaft ausschließen.

Es geht dann weiter mit der Ermittlung Ihres Body-Mass-Index, also Körpergröße und Gewicht. Dieser Wert ist in letzter Zeit ein wenig angezweifelt worden. Eine Blutentnahme ist notwendig zur Bestimmung der Blutgruppe und um feststellen zu können, ob spezielle Blut-Antikörper und Röteln-Antikörper im Blut enthalten sind. Dann sind Untersuchungen vorgesehen mit Fragen nach der Geschlechtskrankheit Lues (Syphilis), die auch gesetzlich vorgeschrieben ist, nach einer Infektion mit Aids-Erregern (HIV), nach einer Infektion der Scheide durch Bakterien mit Chlamydien oder Gonokokken (letztere lösen denTripper (Gonorrhö) aus.

Lehrerinnen, Kindergärtnerinnen und Kinderkrankenschwestern sowie Personen, die regelmäßig mit Kindern Kontakt haben, sollten zusätzlich noch auf Ringelröteln und Windpocken, und Arzthelferinnen und Krankenschwestern auf weniger häufige Infektionen wie beispielsweise die Hepatitis B untersucht werden. Schwangeren, die mit frei herumlaufenden Tieren Kontakt haben, oder die im Lebensmittelbereich tätig sind, sollten auch auf Toxoplasmose untersucht werden, eine weltweit bei Mensch und Tier vorkommende Infektionskrankheit. Zu empfehlen ist letztlich bei allen Schwangeren eine Untersuchung auf die von Viren ausgelöste Zytomegalie.

Zu bedenken ist schließlich, dass nicht alle diese Untersuchungen von den Krankenkassen bezahlt werden, deswegen sollte am besten vorher bei der Kasse nachgefragt werden. 

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