Was kann man gegen das Nägelkauen von Kindern tun?

Es gibt sicherlich mehrere Gründe, warum Kinder an den Nägel kauen und sie manchmal bis auf das Blut weg beißen. Wenn Eltern beobachten, dass ihr Kind mit dem Nägelkauen anfängt, sollten sie nicht in Panik geraten sondern ein bis zwei Wochen abwarten, ohne viele Worte darüber zu verlieren. Manchmal verschwindet die Angewohnheit nämlich von selbst.
Falls das Kauen länger anhält, sollte man den Eltern raten mit ihrem Kind liebevoll zu sprechen und es zu ermuntern seine Gefühle, Nöte und Ängste mit ihnen zu besprechen. Einige der Gründe können innere Anspannung, Angst vor Anforderungen zu Hause oder in der Schule oder manchmal auch Langeweile sein. Manchmal hilft es dann schon, dass Vater oder Mutter erzählen, dass sie selber auch schon einmal in schwierigen Situationen angefangen haben, ihre Nägel abzukauen, dass sie diese dumme Angewohnheit aber überwunden hätten, weil sie zusammen mit ihren eigenen Eltern/Grosseltern Lösungen für Probleme gefunden hätten. Das Nägelkauen sei dann einfach verschwunden.
So kann das Kind erfahren, dass viele grosse und kleine Menschen an Nägeln kauen. Es hört, dass Vertrauen zu Eltern oder auch zu anderen erwachsenen Personen manchmal eine Last von der Seele nehmen kann und damit dumme Angewohnheiten einfach verschwinden können.
Geschichten von anderen Kindern, die es geschafft haben mit dem Nägelkauen aufzuhören, wirken ermutigend und erleichternd.

Geschichte zum Vorlesen:
Finn ist sechs Jahre alt und kaut an den Nägeln. Er geht gern zur Schule, weil er dort viele Freunde gefunden hat. Vor einigen Wochen musste Finn eine ganze Woche zu Hause bleiben weil er sich eine fiese Grippe eingefangen hatte. Als er wieder zur Schule ging sollte er vor der Klasse ein langes Wort vorlesen und auf einmal kannte er keinen Buchstaben mehr. Er stotterte und stotterte und wurde ganz rot vor Verlegenheit. Er schämte sich sehr und kam sich ganz dumm vor. Zu Haus erzählte er nichts davon und versuchte zu üben und dabei kaute er pausenlos an den Nägeln. Sie waren schon bis auf die Haut herunter gebissen und er wusste, dass Mama schimpfen würde und er konnte doch nichts dagegen machen. Beim Abendessen versuchte er, seine Hände zu verstecken, aber Papa und Mama sehen ja doch alles. Er starrte unglücklich auf den Tisch und wagte nicht aufzuschauen. Plötzlich lachte Papa und sagte: "Solche Fingernägel wie Du hatte ich auch mal. Oma hat Senf draufgeschmiert und noch sonst was fieses, aber das hat gar nicht geholfen. Aber Opa, der hat mir einen bunten Stein aus Mexiko geschenkt, den er von einem weisen Indianer im Dschungel bekommen hatte. Der Stein hat magische Kräfte und kann Schlimmes gut machen, davon war Opa total überzeugt. Ich habe den Stein in meine Hosentasche gesteckt und mir gewünscht, dass das Nägelkauen aufhört. Und immer, wenn ich den Stein anfasste, dachte ich wieder an meinen Wunsch. Und weißt Du was, irgendwann war das Nägelkauen vorbei. Siehst Du," und damit legte er einen glatten bunten Stein vor Finns Teller, "den schenke ich Dir heute. Mal sehen, wie der Zauber wirkt!" Finn freute sich. Er nahm den Stein und steckte ihn in seine Tasche."Einmal Zauber immer Zauber" sagte er grinsend und dann konnte er genüsslich sein Abendbrot essen. "Und, was glaubst Du? Ja, es hat gewirkt. Einmal Zauber, immer Zauber. Und das Lesen hat bald wieder geklappt, ohne Nägelkauen".

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.