Was kann Fieber über 38,5 °C für Ihr Kind bedeuten?

Fieber ist bis zum Alter von 4-6 Monaten ein eher seltenes Ereignis, da Kinder in diesem Alter noch mütterliche Immunkörper zur Abwehr besitzen. Bei fiebernden Neugeborenen muss  in 10% von einer schweren bakteriellen Infektion ausgegangen werden (Gefahr einer Sepsis – Blutvergiftung).

Bei Fieber im Säuglingsalter muss  an eine Blasen-Niereninfektion bzw. an eine Meningitis (Hirnhautentzündung) gedacht werden. Es sollte immer der Kinder- und Jugendarzt/ärztin aufgesucht werden.

Bei Verdacht auf eine Blasen- oder Nierenentzündung ist eine Urinuntersuchung beim Kinderarzt sehr wichtig. In der Praxis sollten Sie dann sofort an der Anmeldung Bescheid geben, damit ein Urin-Beutel angeklebt wird und keine wertvolle Zeit verloren geht.

Eine Meningitis verläuft dramatisch mit hohem Fieber, Erbrechen, Schreien und Berührungsempfindlichkeit.

Durch die bei Säuglingen durchgeführten 6-fach-Impfungen sowie die Impfung gegen die 13 häufigsten Typen der Pneumokokken-Bakterien ab dem 2./3. Lebensmonat ist eine Meningitis, hervorgerufen durch Haemophilus Influenzae- und Pneumokokken-Bakterien, weitgehend ausgeschlossen. Ab dem 1. Lebensjahr kann eine Meningitis durch eine Impfung gegen die besonders gefürchteten Meningokokken-Bakterien verhindert werden.

Temperaturerhöhungen sind ab dem 5./6. Lebensmonat im Rahmen eines grippalen Infektes (gemeinsam mit Husten und Schnupfen) nicht ungewöhnlich. Der Körper setzt sich mit den Viren auseinander und bildet Abwehrkräfte, so dass die Kinder gegenüber diesem Virustyp lebenslang geschützt sind. Ausgenommen sind die echten Grippeviren, die jedes Jahr ihre Oberflächenstruktur verändern. Ein Säugling bzw. Kleinkind muss daher in den ersten beiden Jahren diese üblichen Infekte durchmachen, um eine Immunität aufzubauen um später nicht mehr so oft krank zu werden. Je öfter der Kontakt zu anderen Kindern besteht, umso häufiger treten diese Infekte auf (ältere Geschwisterkinder, Krippe, Kindergarten).
Wenn außer dem Fieber heftige Allgemeinsymptome auftreten (Anhaltens hohes Fieber über 39 Grad, Bauchschmerzen, Schmerzen beim Wasserlassen, heftige Durchfälle, mehrfaches Erbrechen, schlechtes Allgemeinbefinden), sollte unbedingt der Kinder- und Jugendarzt aufgesucht werden. Bei Beginn des Fiebers kann in der Regel erst einmal abgewartet werden, ab 39 Grad Fieber sollte eine Fieber senkende Behandlung mit l einem Leibwickel und/oder einem Fieberzäpfchen duchgeführt werden. Dies gilt besonders in der Nacht, um eventuell am Tage oder nach dem Wochenende den Arzt aufzusuchen.

Manche Ärzte meinen allerdings, dass ein Fieber erst ab 40 ° C behandelt werden sollte. Studien haben ergeben, dass Fieber sehr wirksam zur Infektabwehr ist. So werden z.B. die Meningokokken bei der Meningitis ab 40 °C stark gehemmt. In England geht man bereits so vor. Untersuchungen bei Patienten mit Lungenentzündungen hatten dort ergeben, dass ein Drittel der Patienten, deren Körpertemperatur unter 36 °C gehalten wurden, starb, wohingegen bei erhöhter Körpertemperatur nur noch 18 % verstarben und bei hohem alle Fieber überlebten! (G.Barlow, Yorkshire).

Vielleicht führen diese Ergebnisse auch bei uns demnächst zum Umdenken des ewigen Fiebersenkens.

 

 

 

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