Was ist so gefährlich an einer Frühgeburt?

Je früher ein Kind geboren wird, umso unreifer ist es.

Einer der wesentlichen Faktoren, die das Überleben von Frühgeborenen erschweren, ist die mangelnde Lungenreife. Das bedeutet, das Kind bekommt Atemschwierigkeiten und das Blut wird nicht ausreichend mit Sauerstoff angereichert. Besonders bei sehr kleinen Frühgeborenen kann das zu Folgeschäden z.B. im Gehirn führen, was mit körperlicher und geistiger Retardierung (Verzögerung der Entwicklung) einhergehen kann.

Ein besonderes Ziel muss es daher sein, die Geburt so weit wie möglich hinauszu- zögern, um die notwenige Lungenreife zu erlangen. Das kann durch Gabe eines Cortisonpräparates (z.B. Celestan Depot®) an die Schwangere erreicht werden. Dieses Medikament fördert die Bildung des Surfactant, (eine auf der Lungen-Oberfläche angesiedelte Fettsubstanz), die erforderlich ist, damit die Lungen sich nach der Geburt entfalten können.

Da aber zusätzlich die Blutgefäße des sehr kleinen Frühgeborenen extrem empfindlich sind, kann es zu Blutungen, insbesondere im Gehirn kommen, mit der Gefahr von erheblichen neurologischen Störungen (z.B. Entwicklungsverzögerungen, Seh- und Hörstörungen sowie motorischen Einschränkungen). Es ist vor allem aber auch der Sauerstoffmangel um die Geburt herum, der für diese Hirnschäden verantwortlich sein kann. Hirnzellen mit Ihren weit verzeigten Ausläufern können dann keine schützende "Myelinscheide" bilden, die isolierend wirken und die die Erregungsausbreitung in den Nerven vor fremden Nervenimpulsen schützen.

Die Bestrebungen gehen dahin, den Verlust dieser Myelinscheiben zu verhindern oder sie zu ersetzen z.B. durch Gabe von EGF (epidermal growth factor) (Wachstumsfaktor), der intranasal gegeben werden könnte. Die Hoffnungen richten sich aber auch auf Nabelschnurstammzellen des Neugeborenen selbst, mit denen erste ermutigende Ergebnisse im Labor erzielt werden konnten.

 

 

 

Ein Blasensprung, deutlich vor dem Entbindungstermin (sog. vorzeitiger Blasensprung) führt häufig zu einem baldigen Ende der Schwangerschaft. Nur selten kann dann die Geburt länger als 1-2 Wochen hinaus gezögert werden.

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