Was ist ein IVF-Zentrum?

IVF ist die Abkürzung für in-vitro-Fertilisation und bedeutet Befruchtung im Reagenzglas. IVF-Zentren nennen sich Arzt-Praxen oder Kliniken, die eine solche Befruchtung im Reagenzglas ausführen, um mit dieser Methode eine Schwangerschaft zu bewirken. Vorher aber geht es darum, die Ursache der bisherigen Kinderlosigkeit herauszufinden, und dazu werden Frau und Mann untersucht. Die Erfahrung zeigt: in etwa 30 Prozent der Fälle liegt die Ursache bei der Frau, zu weiteren 30 Prozent beim Mann, zu 25 Prozent bei beiden gemeinsam, und in 15 Prozent der Fälle ist die Ursache nicht zu ermitteln.

Bei den Untersuchungen der Frau können viele diagnostische Möglichkeiten angewendet werden: Blutuntersuchungen, spezielle Hormonkontrollen, Ultraschall zur Überwachung des Zyklus und zur Kontrolle der Durchgängigkeit der Eileiter, eine Bauchspiegelung, wenn es Auffälligkeiten bei dieser Kontrolle gibt, wenn über starke Schmerzen beim Sexualverkehr oder der Regelblutung geklagt wird, oder wenn es einen Verdacht gibt auf Verwachsungen oder in den Bauchraum versprengte Gebärmutterschleimhaut. Möglich sind auch genetische Untersuchungen mit Chromosomenanalysen bei beiden Partnern sowie die Untersuchung des männlichen Samens. Liegen alle Ergebnisse dieser Untersuchungen vor, versucht man zunächst noch mit einer hormonellen Stimulation oder – wenn die Samenzahl des Mannes nicht ausreichend ist – mit der Zuführung von weiterem Samen in die weiblichen Genitalorgane einen Eisprung auszulösen. Erst wenn dies nicht erfolgreich ist, kann die in-vitro-Behandlung eingesetzt werden, das heißt dann also, es wird unter dem Mikroskop ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle verbracht, um so eine Schwangerschaft auszulösen.

Wo im Einzelfall das finanziell günstigste und das am besten erreichbare Institut liegt, kann am ehesten der jeweils behandelnde Frauenarzt sagen. Es ist sinnvoll, sich vor der Behandlung bei der Krankenkasse zu informieren, welche Kosten sie bei einer in-vitro-Fertilisation übernimmt. Die Kassen beteiligen sich bei verheirateten Paaren im allgemeinen bis zur Hälfte daran. Private Versicherungen übernehmen oft auch den gesamten Betrag. Ist ein Paar nicht verheiratet, gibt es auch keine Kostenübernahme, außerdem darf die Frau nicht jünger als 25 und nicht älter als 40 Jahre sein, der Mann nicht über 50 Jahre.

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