Was ist das FFTS (Feto-fetales-Transfusionssyndrom)?

Dieses Krankheitsbild (Syndrom) kommt ausschließlich bei eineiigen Zwillingen vor, die über eine Plazenta (Mutterkuchen) versorgt werden. Dabei kommt es im Bereich der Plazenta zu Verbindungen (Anastomosen) der Blutgefässe beider Feten.

Bei etwa 10 % der eineiigen Zwillinge kann es daher vorkommen, dass das eine Kind das andere mit Blut versorgt. Die Folge ist, das dem Fetus, der (Blut-)Spender (Donor) ist, immer weniger Blut  zur Verfügung steht, dem anderen Feten, dem (Blut)-Empfänger (Acceptor), immer mehr. 

Auf Dauer kann weder das eine noch das andere Kind damit überleben. Der Empfänger wird dabei größer, produziert vermehrt Fruchtwasser und entwickelt ein sog. Polyhydramnion (stark vermehrte Fruchtwassermenge). Irgendwann kann das Herz die vermehrte Blutmenge nicht mehr bewältigen, es wird insuffizient (Herzschwach) und lagert Flüssigkeit im Bauch (Ascites), im Lungenbereich (Pleuraerguss) und im Nacken (erhöhte Nackentransparenz) ein. 

Der Spender (Donor) bleibt im Wachstum zurück, seine Fruchtwassermenge wird immer geringer.

Früher versuchte man mit regelmäßigen Fruchtwasserentnahmen Abhilfe zu schaffen. Die Methode der Wahl ist heute, mittels Laser die Blutgefäss-Verbindungen zu trennen. Hier haben sich besonders Prof. Dr. K. Hecher  (Univ. Frauenklinik Hamburg-Eppendorf) und Prof. Dr. J. Hackelöer (Asklepiosklinik Hamburg-Barmbek) hervorgetan.

Eine erfolgversprechende Behandlung ist nur bis zur 24. SS gegeben und kann nur funktionieren wenn die Eihaut- Verhältnisse frühzeitig geklärt sind, und so eine frühzeitige Überwachung der eineiigen Zwillingen eingeleitet werden kann. Aus diesem Grunde wird diese Untersuchung im Mutterpass bereits für die 9.-12. SSW gefordert, kann aber bis zur 14. SSW erfolgen. Bei Nachweis einer monochorialen Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaft muss diese in 2-wöchigen Intervallen mittels Ultraschall überprüft werden (Bestimmung der jeweiligen Fruchtwassermenge, Wachstumskontrolle der Feten, Ausschluß von Flüssigkeitseinlagerungen, Doppleruntersuchung von Nabelschnur und einem arteriellen Hirngefäss

 

 

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