Was gibt es neues zum Mutterpass (seit 01. Januar 2010)?

Seit Herbst 2009 gibt es eine Neuauflage des Mutterpasses. Darin hat der "Gemeinsame Bundesausschusses von Ärzten und Krankenkassen" beschlossen, dass in Zukunft folgendes neu zu beachten ist:

  • Beratung der Schwangeren über eine ausreichende Jodzufuhr.
  • Beratung zu einer Reihenuntersuchung, die einen Suchtest nach eventuellen Aids-Erregern (HIV-Screening) vorsieht.
  • Beratung über die Zahngesundheit
  • Bestimmung und Dokumentation der Chorionanlagen bei Mehrlingen (Chorion nennt man die Zotten- oder Eihäute, die in der Gebärmutter die Frucht und das Fruchtwasser bis zur Geburt umgeben). Nur damit kann man sicher unterscheiden, ob es sich um eine eineiige oder zweieiige Schwangerschaft handelt, was für die frühe Risikoabschätzung von Bedeutung ist.

 

In der Neuauflage wurde auch klargestellt, dass die Nackentransparenzmessung (Nackenfalte/NT) keine Ultraschalluntersuchung ist, die in den Mutterschaftsrichtlinien gefordert wird. Somit ist auch die vorgeburtliche Risikoabschätzung von chromosomalen Anomalien für alle Schwangeren kein Bestandteil der Schwangerenberatung mehr. Diese Entscheidung wird von Behindertenverbänden und Kirchen begrüßt, Kritiker sehen darin allerdings einen erheblichen Rückschritt bei der Betreuung von Schwangeren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.