Was bezeichnet man als „Kaisergeburt“?

Das ist eine Wort-Neu-schöpfung aus der Berliner Charité. Prof. W. Henrich war es leid, von Müttern, die einen Kaiserschnitt hatten über sich ergehen lassen müssen, zu hören, dass sie betrübt seien, das eigentliche Geburtserlebnis versäumt zu haben. 

Eigentlich ist es ein Kaiserschnitt, wie viele andere auch. Allerdings wird bei der Entwicklung des Kindes aus der geöffneten Bauchhöhle heraus das, die Sicht einengende, grüne Abdecktuch heruntergelassen, so dass die junge Mutter ein Erlebnis hat, das der der Geburt sehr nah kommt, zumal Ihr das Kind sofort nach der Geburt auf die Brust gelegt wird. Man bezeichnet diesen ersten Hautkontakt auch als prefeeding behavior (Verhalten vor dem ersten Stillen).

Die überwiegende Anzahl der Frauen war von dieser Art des Kaiserschnittes begeistert. Mütter die schon einmal einen konventionellen Kaiserschnitt erlebt hatten, würden immer wieder nur nach der von Prof. W. Henrich als "Kaisergeburt" benannten Methode entbinden.                                                                       Man sieht, dass auch kleine Veränderungen im Kreisssaal eine Wohltat für Mutter und Kind sein können, wenngleich sofort leitende Hebammen und Chefärzte warnend den Finger hoben: der Kreisssaal sei kein Experimentierplatz.

 

 

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