Was bedeutet Krebs für die Psyche der Patienten und die ihrer Familien?

Krebs liegt mit etwa 75 % an erster Stelle der Angstmacher in Deutschland; da ist die Angst vor der Ungewissheit, die Furcht vor Schmerzen, Unpässlichkeiten und die Angst, dass die Erkrankung wiederkehren kann. Auch wenn der Krebs überstanden scheint, hat die Seele Schaden genommen. Es kann zu permanenten Angstzuständen und schweren Depressionen kommen, die ggf. der fachkundigen Behandlung bedürfen.

Hilfreich sind hier darauf spezialisierte Rehabilitationszentren, in denen neben krankengymnastischen Behandlungen, Schulungen ggf. auch psychotherapeutische
Behandlungen eingeleitet werden können. Viele Patienten scheuen sich, in eine unpassenderweise „Krebsklinik“ genannte Einrichtung zu gehen, sie seien dann permanent von dem Gedanken an Krebs umgeben, stellen dann aber fest, dass es gut tut, sich mit anderen, denen ein gleiches Schicksal beschieden ist, auszutauschen. In Gesprächen werden Erfahrungen ausgetauscht und Freundschaften mit Gleichgesinnten geschlossen, denn die Patienten merken sehr bald, dass sie in ihrem häuslichen Umfeld nach spätestens einem halben Jahr wieder normal funktionieren müssen, da wird dann eher wenig Rücksicht genommen. Dann tut es gut, sich am Telefon oder in Selbsthilfegruppen (www.frauenselbsthilfe.de) Trost und Zuspruch zu holen.

Wenn die Angst allerdings übermächtig wird und keinen Platz mehr für Freude am Leben lässt, sollte man sich frühzeitig an Psychoonkologen wenden, die geschult sind, die psychischen Auswirkungen nach einer Krebserkrankung zu behandeln. Sie unterstützen die positiven Signale, die von guten Ergebnissen der Nachsorgeuntersuchungen ausgehen und verstärken sie.
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.