Was bedeuten Impfkomplikationen?

Als Impfkomplikation bezeichnet man eine Reaktion, die über eine normale Impfreaktion hinaus geht und die gesundheitliche Schäden hinterlässt.

Diese kommen allerdings, lt. Paul-Ehrlich-Institut außerordentlich selten vor und wenn dann deutlich abgeschwächter als bei einer Masernerkrankung:

Während Fieber und der typische Masern-Hautausschlag (Exanthem) bei der Masernerkrankung in fast 100 % auftritt, gibt es diese Erscheinungen nach einer Impfung in maximal 15 %.

Fieberkrämpfe treten bei Masern in fast 8 % auf, nach Impfung in weniger als 1%.

Ein gefürchteter Abfall der Blutplättchen, die für unsere Gerinnung zuständig sind,

gibt es bei der Maserninfektion in einem von 3000 Fällen, nach der Impfung in etwa

etwa einem von 30.000- 50.000 Fällen.

Noch gravierender sind die Unterschiede bei der Gehirn- / Gehirnhaut-entzündung

(Encephalitis/ Meningoencephalitis). Bei einer Maserinfektion liegt diese Rate bei 1 von 1000 Erkrankten, also jeder 1000ste ist davon betroffen. Nach einer Impfung liegt dieser Anteile bei etwa 1 auf 1.000.000, das Risiko ist also 1000-fach niedriger.

Ähnlich verhält es sich bei Todesfällen. Die Rate liegt zwischen 1:1000 bis 1:20.000,

hier weichen die Angaben in der Literatur weit voneinander ab. Nach Impfung ist bislang kein Todesfall bekannt geworden. 

Die Angaben entstammen zum Teil aus dem RKI-Ratgeber, Merkblätter für Ärzte, Robert-Koch-Institut Stand 08/2006

 

Trotz dieser überzeugenden Daten  scheint in der Bevölkerung die Angst vor Impfkomplikationen deutlich größer zu sein als die Angst vor der Krankheit selbst – weil ein Großteil der Bevölkerung die Masern nur noch vom Hören-Sagen kennt und die Schwere der Masern-Erkrankung und ihre Auswirkungen nicht mehr einschätzen kann.

Seit 2001 gilt für Ärzte in Deutschland die im Infektionsschutzgesetz (IfSG) verankerte „Meldeverpflichtung eines Verdachtes einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung“. Für Ärzte besteht eine Meldepflicht an das Gesundheitsamt, wenn nach einer Impfung auftretende Symptome in einem ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten und über eine Impfreaktionen hinausgehen. Deratige Impfschäden gehen zu Lasten der Krankenkasse. Dazu gehören z.B. sog. anaphylaktische Reaktionen, eine Überempfindlichkeit gegen den Impfstoff, der mit einer heftigen Kreislaufreaktion einhergeht.

Die zwischenzeitlich aufgetretene Impfmüdigkeit wurde 1998 durch den englischen Arzt Dr. Wakefield verstärkt (sog. Wakefield-Medizinskandal): 

Der britische Arzt hatte in der Zeitschrift „The Lancet“ davor gewarnt, dass der kombinierte Masern-Mumps-Röteln Impfstoff Autismus auslösen könne.

Nachdem bekannt wurde, dass er von Anwälten, die Eltern autistischer Kinder vertraten, 55.000 brit. Pfund erhalten hatte, zog „The Lancet“ den Artikel zurück.

Wakefield erhielt Berufsverbot.  

In vielen nachfolgenden Studien konnte niemand einen Zusammenhang zwischen Impfung und Autismus erkennen; aufgrund der Veröffentlichung sanken aber besonders in Großbritannien die Impfquoten drastisch. So ist es kein Wunder, dass zwischen 2012 und 2013 in Großbritannien mit 2314 nach Rumänien mit 4087 die meisten Masernfälle auftraten. Zum Vergleich: in der gleichen Zeit gab es in Deutschland 162 Fälle.

 
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