Warum kommt es so häufig zur Fehlgeburt?

Man muss davon ausgehen, dass nur ein geringer Prozentsatz der fertilisierten (befruchteten) Eizellen zu einer intakten Schwangerschaft führt. Griffin u.a. konnten1996 zeigen, dass bei 70 % der Fehlgeburten genetische Veränderungen vorlagen,dabei handelt es sich im wesentlichen um Fehlverteilungen der Chromosomen. 

In unseren Körperzellen finden sich 46 Chromosomen. Die Eizelle hingegen hat nur 23 Chromosomen. Auf seiner Wanderung durch den Eileiter teilt sich diese Eizelle zweimal.

Mit zunehmendem Alter scheint dieser Prozess nicht mehr reibungslos zu funktionieren, so dass es des häufigeren vorkommt, dass bei der Teilung ein Chromosom fälschlich in die neue Zelle übertragen wird, so dass statt eines paarigen Chromosoms, dieses dreimal vorhanden ist (Trisomie). In der anderen Zelle kommt es dann nur einmal vor (Monosomie). Diese Zellen gehen aber überwiegend zugrunde. 

Menschen haben 23 Chromosomenpaare (Ausnahme, der Mann, statt wie bei der Frau liegen die Geschlechtschromosomen nicht vor als XX sondern als XY). Die oben beschriebene Trisomie (3-fach Auftreten eines Chromosoms) kommt am häufigsten bei den Chromosomen 16, 22, 21 und 15 vor. Davon gehen Feten mit einer Trisomie 16,22 und 15 als Fehlgeburten zugrunde. Nur die Trisomie 21 kann überleben und ist nachgeburtlich bekannt unter dem Namen „Down-Syndrom“.

Bei den anderen Trisomien sind die genetischen Veränderungen (Chromosome sind Träger der Gene) so gravierend, dass sie schon mit dem Leben in der Gebärmutter nicht, geschweige denn, mit dem Leben außerhalb der Gebärmutter vereinbar sind. Sie gehen als Fehlgeburten zugrunde.

Da also ein Großteil der Fehlgeburten durch chromosomale Fehlverteilungen entsteht, auf die niemand einen Einfluss hat, scheint es doch von der Natur eigentlich gut eingerichtet zu sein, dass schwerwiegende Fehlbildungen gar nicht erst ausgetragen werden.

Das ist aber auch gleichzeitig der Grund, warum die meisten Behandlungsversuche fehlschlagen.

 
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