Warum kann eine Steißlage problematisch sein?

Das Köpfchen ist der größte Körperteil des Kindes ist und dehnt bei üblicher Geburt, also bei Schädellage, den Gebärkanal so weit, dass anschließend der schlanke Körper leichter heraus gleiten kann.

Liegt das Kind anders herum, also in Steiß- oder Beckenendlage, muss der schmalere Körper den Geburtskanal aufdehnen, und dann erst folgt, im wahrsten Wortsinn ?das dicke Ende?, nämlich das Köpfchen nach. Diese Aufdehnung kann gelegentlich auch länger dauern; und da bei dieser Geburtslage die Nabelschnur noch am Köpfchen vorbei zur Plazenta zieht, kann die Blutzirkulation gestört werden. Das ist der Grund, dass dann bei Erstgebärenden häufig ein Kaiserschnitt veranlasst wird, um so einem eventuellen Sauerstoffmangel vorzubeugen. Bei Frauen, die schon mehrere Geburten hinter sich haben und nunmehr ein nicht zu großes Kind erwarten, kann auch bei Steißlage eine Spontanentbindung möglich sein. Allerdings braucht der Geburtshelfer in einem solchen Fall große Erfahrung, weil es ganz unterschiedliche Steißlagen gibt (beachten Sie dazu auch die nächste Frage). Die große Erfahrung aber fehlt heute vielen Geburtshelfern, da bei Steißlage meistens per Kaiserschnitt entbunden wird. Deshalb ist zu empfehlen, vor der Geburt in der Klinik nachzufragen, wie viele Steißgeburten dort im Jahr anfallen.

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