Warum gibt es überhaupt diese morgendliche Übelkeit?

Genau kann das leider niemand sagen. Es gibt aber eine Reihe von Erklärungsversuchen:

•  Der hohe Wert des Schwangerschaftshormons (HCG=humanes Choriongonadotropin),    das auch zum Nachweis einer Schwangerschaft im Urin untersucht wird, soll einer der            Ursachen sein. Das HCG steigt in der Schwangerschaft bis zur 12. SSW                                  (Schwangerschaftswoche) an, ganz besonders bei Mehrlingsschwangerschaften und              der sog. Blasenmole (krankhafte Veränderung der Plazenta), und fällt danach wieder ab        und es geht den meisten Schwangeren dann auch wieder besser.
   Warum aber leiden dann aber nicht alle Frauen mit steigendem HCG-Wert an dieser              Übelkeit? Die Frage bleibt ungeklärt.
•  Auch andere hormonellen Faktoren wie z.B. die vermehrte Produktion von Thyroxin (T4)        und Trijodthyronin (T3) bei der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) führen zu            vermehrtem Schwangerschaftserbrechen, man vermutet das aufgrund der Ähnlichkeit der      Schilddrüsenhormone und des HCG.
•  Ein anderer Erklärungsversuch ist der niedrige Blutzuckerspiegel, der sich besonders        morgens, nachdem man lange nichts gegessen hat, mit Übelkeit bemerkbar machen kann.    Darauf zielen auch die meisten Vorschläge zur Behandlung. Hinzu kommt dann noch meist    ein niedriger Blutdruck.
•  Relativ sicher scheint zu sein, dass auch genetische Faktoren mitbestimmend sind; so ist    die Häufigkeit eines Schwangerschaftserbrechens dreimal höher, wenn schon die eigene        Mutter davon betroffen war.
•  Auch psycho-soziale Faktoren können eine Rolle spielen, so können seelische Faktoren,    wie Ängste, Stress, geringe Unterstützung des Partners die Übelkeit verstärken. Dagegen      spricht die 2011 durchgeführte Untersuchung, die zumindest für die Hyperemesis                    gravidarum, das unstillbare Erbrechen, einen solchen Zusammenhang nicht feststellte.          (Dórazio LM et al.: J womens health 20 (2011) 137.)
•  Weitere Risikofaktoren sind: Übergewicht, Mehrlingsschwangerschaft, Unstillbares              Erbrechen in der vorangehenden Schwangerschaft, aber auch Überfunktion der                      Nebenschilddrüse und Ernährungsstörungen wie Bulimie (Esssucht) und Anorexie                  (triebhafte Herabsetzung des Essensaufnahme).
•  Eine weitere mögliche Erklärung soll in unserer Evolution begründet sein: Übelkeit und          Erbrechen könnten in der sensiblen Frühschwangerschaft vor Vergiftungen schützen
•  Allen Erklärungsversuchen ist gemeinsam, dass sie immer nur einen Teil des Problems          erfassen, aber nicht das ganze Beschwerdebild.

Aber, unabhängig davon, wie es Ihnen geht, Sie brauchen keine Angst zu haben, dass es Ihrem Kind, nachdem in der 6. SSW deutliche Vitalitätszeichen wie Herzaktionen und Kindsbewegungen nachgewiesen wurden, durch die Übelkeit und Erbrechen schlecht geht. Ihr Baby bekommt dennoch das, was es für seine Entwicklung braucht, es sei denn, das Erbrechen ist unstillbar (mehr als 5 x am Tag).
 

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