Warum gibt es überhaupt Brustkrebs in so jungen Jahren? Das familiäre Mammacarcinom.

Das Mammacarcinom (Brustkrebs) ist in Deutschland mit 29 % die häufigste Krebsart bei Frauen, allerdings erst bei Frauen über 50 Jahren. Fast 58.000 Frauen erkranken jedes Jahr daran. Das Risiko steigt ab 35 an, das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt etwa bei 65. Während der Schwangerschaft kommt ein Mammacarcinom eher selten vor, ca. 1:3000-1:10.000 mal.
Bei den erkrankten Frauen unter 35 findet sich ein hoher Anteil, bei denen die Krebsgene BRCA 1 und 2 (BReast CAncer 1 und 2 – Brustkrebsgen 1 und 2) nachgewiesen werden können (sog. familiäre Mammacarcinom). Der bekannteste Fall dürfte derzeit der von Angelina Jolie sein. Auf alle Erkrankte bezogen, sind das aber nur 5 % der Mammacarcinome.
Dennoch sollten sich alle Frauen ab 25 vergewissern, ob es in ihrer Familie häufiger zu Brustkrebserkrankungen gekommen ist. Sollten mehr als 2 Mammacarcinome z.B. bei Schwester, Mutter, Tante oder Großmutter aufgetreten sein, besteht Grund zu der Annahme, dass es sich um die familäre Komponente handelt. Dann sollte ein spezialisierter Gynäkologe oder ein Humangenetiker aufgesucht werden.

Viele Frauen wissen um das Risiko, verzichten aber auf eine Untersuchung der BRCA-Gene. „Ich weiß doch auch so, dass ich ein hohes Risiko habe“, heißt es. Diesen Frauen könnte in 50 % der Druck genommen werden, wenn sich das BRCA-Gen nicht nachweisen lässt. Die betroffenen BRCA-positiven Frauen wissen hingegen, dass sie sehr sorgfältig ihre Vorsorgeuntersuchungen schon in frühen Jahren wahrnehmen sollten.
In England ist jetzt erstmals ein Kind ohne Brustkrebsgen zur Welt gekommen (2009) – nach künstlicher Befruchtung und anschließender PID (Praeimplantationsdiagnostik – Diagnostik vor Einnisten der befruchteten Eizelle). Eine solche Behandlung wäre auf Grund des bestehenden Gendiagnostik-Gesetzes bei uns in Deutschland nicht erlaubt.

Für alle, die von der Erkrankung betroffen sind, zum Trost: diese Erkrankung wird heute überwiegend so früh entdeckt, dass 80 % -90 % der Patientinnen, die, für die Krebserkrankungen maßgebliche, 5-Jahresgrenze nach Behandlung erreichen. In der überwiegenden Anzahl der Fälle kann zudem die Brust erhaltend operiert werden.
 

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