Wann kann eine passive Immunisierung gegen Varizellen sinnvoll sein?

Prinzipiell ist dies abhängig von der Schwangerschaftswoche, in der Sie sich befinden. In der Zeit mit leicht erhöhtem Risiko (bis 22. Schwangerschaftswoche) und unmittelbar um die Geburt herum kann eine passive Immunisierung (das Spritzen von Antikörpern) sinnvoll sein.

Allerdings: In den ersten 20 Schwangerschaftswochen sollte bei direktem Varizellenkontakt innerhalb von 20-72 Stunden ein Varizellen- Hyperimmunglobulin (z.B. Varicellon) gespritzt werden (0,2 ml pro Kg Körpergewicht, intramuskulär). Das ist eine passive Immunisierung, es werden also Antikörper gespritzt. Eine aktive Immunisierung (d.h. Immunisierung mit dem aggeschwächten Windpocken-Virus) ist nur außerhalb der Schwangerschaft möglich.
Der Ausbruch der Infektion kann aber selbst dann nur zu 50 % verhindert werden. Deshalb werden im weiteren Verlauf der Schwangerschaft eigentlich nur noch bei aufgetretener Infektion unmittelbar in der Woche vor der Geburt ein Varizellen-Zoster-Immunglobulin gespritzt.
Eine passive Immunisierung, wie oben beschrieben, kann den Ausbruch der Windpocken nur verhindern, wenn das Immunglobulin vor Ausbruch der Hauterscheinungen gegeben wird.

Im höheren Alter kann es sinnvoll sein, eine Impfung gegen die Gürtelrose durchzuführen, die selbst äußerst schmerzhaft ist. Denn, wenn Sie als Kind Windpocken bekommen haben, können die Viren im Körper verbleiben und irgendwann wieder aktiviert werden und eine solche Gürtelrose hervorrrufen, besonders dann, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Eine allgemeine Impfempfehlung besteht aber nicht (Stiko).                                                             Eigentlich bildet man nach eine Infektion Antikörper, die das Wiederauftreten der Erkrankung verhindern. Dieser Immunschutz kann aber im Laufe des Lebens nachlassen.
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.