Vorwort

Jede Frau hat Ihre ganz eigene Vorstellung von der zu erwartenden Geburt. Sie erwarten wahrscheinlich eine sanfte Geburt in einem nicht zu technisierten Kreißsaal, einfühlsame Hebammen und Ärzte und freuen sich unbändig darauf, endlich Ihr Kind in die Arme zu nehmen.
Diese Vorfreude wird aber u.U. getrübt durch zahlreiche Ängste:

Wird mein Kind gesund sein?
Werde ich starke Schmerzen haben?
Werde ich spontan entbinden können, oder wünsche ich mir lieber einen Kaiserschnitt?
Wie wird es nach der Entbindung sein?
Wie wird mein Partner auf die Geburt reagieren?
Werde ich stillen können?
Wie werde ich mit der neuen Situation zurecht kommen?

Wir wissen: Ängste sind schlechte Ratgeber. Ängste kann man am ehesten überwinden, indem man sich mit Ihnen auseinandersetzt und sich informiert. Je besser ich informiert bin, umso besser kann ich mit den Ängsten umgehen.
Dr. G. Dick-Read hat Anfang des 20. Jahrhunderts diesen Zusammenhang erkannt und festgestellt, dass Ängste zu Verspannungen führen, diese führen wiederum zu vermehrten Schmerzen, die ihrerseits die Ängste verstärken. Das ist wie eine sich nach oben drehende Spirale, wo immer das eine das andere verstärkt.

Es ist natürlich vorher nicht abzusehbar, ob es eine einfache Geburt wird, ob sich der Gebärkanal öffnet und aus welcher Kindslage Ihr Baby geboren wird. Bei sehr großen oder sehr kleinen Kindern sowie bei  kindlichen Geburtslagen, wie z.B. Steiß- oder Querlage, ist möglicherweise der normale Geburtsweg zu gefährlich, so dass der behandelnde Arzt einen Kaiserschnitt empfiehlt, auch wenn Sie sich auf eine normale Geburt vorbereitet haben. Das gleiche kann bei bestimmten Erkrankungen Ihrerseits (z.B. Bluthochdruck, Fieber und v.a.m.) auftreten.

Bereiten Sie sich also gedanklich auch darauf vor, dass nicht alles ganz so glatt laufen wird und Ihr Kind durchaus auch per Kaiserschnitt (Sectio) geboren werden könnte. Heute kommen bereits über 30 % aller Kinder per Kaiserschnitt zur Welt, vor 10 Jahren waren das noch 20 %. 
Das liegt sicherlich an einer ganzen Reihe von Ursachen, z.B.: Wunschkaiserschnitt, steigendes mütterliches Alter bei der ersten Geburt und kontinuierliche – und damit überprüfbare – Überwachung unter der Geburt mittels CTG (Cardiotokograph = Herztonwehenschreiber), um nur einiges zu nennen (s. weiter unten).

Im Folgenden sollen eine Vielzahl von Fragen zum Kaiserschnitt besprochen werden:
 

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