Sollte in der Schwangerschaft das Geschlecht des Kindes bekannt gegeben werden?

Es gibt nur wenige medizinische Gründe, die dafür sprechen, das Geschlecht des Kindes vor der Geburt zu erfahren. Beispielsweise wäre eine familiäre Erkrankung wie die Bluterkrankheit (Hämophilie), die nur bei Jungen vorkommt, solch ein Grund.

Die Geburt des ersten Kindes ist fast ausnahmslos das eindrucksvollste Erlebnis, das eine Frau in ihrem Leben haben kann. Es gibt daher nicht wenige Gynäkologen, die insbesondere Erstgebärenden davon abraten, sich frühzeitig das Geschlecht mitteilen zu lassen. Die frühe Kenntnis des Geschlechts ist in etwa so wie ein Weihnachtsgeschenk, das man sich schon vor Heiligabend ausgesucht hat. Wenn es dann unter dem Weihnachtsbaum liegt, ist der Reiz weg. Psychologen sagen oft, vor allem sollten die Väter das Geschlecht des erwarteten Kindes nicht vor dessen Geburt wissen, weil der Wunsch nach einem bestimmten Kind bei ihnen sehr viel stärker sei als bei den Frauen. 

Man kann mit dem Gynäkologen vereinbaren, das Geschlecht nicht zu sagen, sondern es in einem geschlossenen Umschlag mitzuteilen. Das gibt Mutter und Vater die Gelegenheit, nochmal darüber nachzudenken, ob die frühzeitige Kenntnis des Geschlechts wirklich so wichtig ist. Wenn es dann schließlich doch sein soll, dann sollte es in einem feierlichen Rahmen geschehen, markiert als ein erster Höhepunkt im Leben der jungen Familie.                           Gibt es aber schon ältere Kinder in der Familie, so kann es sinnvoll sein, ihnen nun doch frühzeitig zu sagen, ob ein Brüderchen oder ein Schwesterchen zu erwarten ist. Andernfalls fixieren sie sich zu sehr auf einen Jungen oder ein Mädchen und sind dann bitter enttäuscht, wenn es am Ende nicht der gewünschte Spielkamerad ist.

Übrigens muss in England die vorzeitige Mitteilung des Geschlechts extra honoriert werden – was verständlich wird, wenn man bedenkt, dass es a) nicht zum Rahmen der Mutterschaftsvorsorge gehört und b) häufig relativ schwierig sein kann, das Geschlecht exakt zu bestimmen. Das wiederum ist abhängig von der Güte des Ultraschallgerätes, der Qualität des Untersuchers, der Lage des Kindes und der Güte der Sichtverhältnisse, die durch starke Bauchdecken eingeschränkt sein können.

 

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