Sollte der angehende Vater bei der Geburt anwesend sein?

In den meisten Fällen wünscht die Frau, dass der Partner bei der Geburt dabei ist. Er kann nämlich während der Geburt eine wichtige, unterstützende Rolle übernehmen.

Jahrhundertelang war es den Vätern niemals gestattet, bei der Geburt direkt dabei zu sein. Sie wurden nach Hause oder auf den Flur vor dem Kreißsaal geschickt. Erst in der Zeit um 1980 herum, also erst vor wenigen Jahren, änderte sich diese Einstellung, so dass Väter die Geburt begleiten durften, zumal viele von ihnen neuerdings auch an den Kursen zur Geburtsvorbereitung und anderen Kursen teilnehmen und so ebenfalls auf die Geburt vorbereitet werden.

Doch Theorie und Praxis, Wunsch und Wille gehen manchmal auseinander, nämlich beispielsweise dann, wenn der Mann eben kein Blut sehen kann, wenn er sich in der ihm unbekannten Atmosphäre eines Kreißsaals überfordert fühlt oder auch, wenn er die Wehen und Ihre Strapazen während der Geburt nicht ertragen kann. Aber auch, Sollte dem Partner die im Kreißsaal zu erwartenden seelischen und körperlichen Belastungen nicht zugemutet werden, kann sich der Partner aber auch eine "Auszeit" nehmen und den Kreißsaal zeitweise verlassen, um nicht den Eindruck zu haben, er müsse sich anhaltend einem unangenehmen Zwang unterziehen.

Hier ist viel Einfühlungsvermögen von Ihnen beiden notwendig, und Sie sollten beide vor der Geburt ohne jeden Druck von außen eine Entscheidung darüber treffen, ob der Mann bei der Geburt dabei sein sollte, muss oder darf, oder ob er wegbleiben soll. Immerhin gibt es auch Frauen, die selbst wünschen, dass der Partner bei der Geburt nicht anwesend ist und Sie sich also nur für kurze Zeit trennen.

Oft wird auch gefragt, ob der Partner bei einer Kaiserschnitt-Entbindung dabei sein darf. Generell wird ermöglicht, wenigstens bis zur Geburt des Kindes anwesend zu sein. Das kann allerdings nicht in allen Fällen zugesichert werden, insbesondere dann nicht, wenn der Kaiserschnitt sehr schnell erfolgen muss. Auch wenn die Entbindung in Vollnarkose gemacht werden muss, kann der Vater nicht dabei sein. Es ist dann aber wieder möglich, wenn die Mutter ohne Betäubung ist und der Kaiserschnitt unter einer Rückenmark-Narkose erfolgt.

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