Soll man sein Kind gegen Gebärmutterhalskrebs impfen lassen?

Seit Ende des Jahres 2006 ist zum ersten Mal ein Impfstoff gegen einen gefürchteten Krebs bei Frauen zugelassen worden. Es handelt sich um einen Impfstoff gegen das Humane Papilloma Virus (HPV). Dieses Virus befällt die Genitalregion und führt zu einer Infektion vorwiegend der Schleimhaut des Gebährmutterhalses (Cervix). Ca 70 % aller weiblichen Jugendlichen und Frauen infizieren sich im Laufe ihres Lebens durch sexuellen Kontakt mit diesem Virus. Meistens kann der Körper diese Infektion abwehren und eine Teilimmunität ausbilden. Bei ca. 10 % der Infizierten kommt es jedoch zu einer chronischen Infektion, die ohne Beschwerden abläuft und die im Verlauf von 10 – 30 Jahren zu einer bösartigen Entartung mit Ausbildung eines Krebses führen kann. Daneben kann die Infektion auch zur Ausbildungen von Genitalwarzen führen. Das Cervixcarcinom ist nach dem Brustkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jährlich erkranken in Deutschland ca. 6.500 Frauen, die Hälfte von ihnen stirbt daran. Diese Zahlen sind erschreckend hoch, zumal diese bösartige Krebserkrankung durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt mit Hilfe eines Abstrichs frühzeitig erkannt und behandelt werden kann. In Ländern ohne Krebsvorsorge liegt die Häufigkeit zwei bis viermal höher.

Beim HPV-Virus unterscheidet man 120 Typen und nur wenige Typen sind für eine Erkrankung verantwortlich. In den beiden zugelassenen Impfstoffen sind zwei Typen (Typ 16 und 18) enthalten, die ca. 75 % aller Krebsentwicklungen auslösen. Einer der Impfstoffe enthält noch zwei weitere Typen (6 und 11), die für 90% der Warzen im Genitalbereich von Frauen und Männern verantwortlich sind. Diese Warzen sind schmerzhaft und mit starken psychischen Belastungen verbunden. Durch sexuelle Freizügigkeit trotz Risiken von Aids und Hepatitis B sowie immer früherer Aufnahme von Sexualverkehr nehmen die Genitalwarzen in den westlichen Ländern zu.

Diese Impfung ist dringend zu empfehlen, die Krankenkassen übernehmen die Kosten. Eine vollständige Immunisierung im Alter zwischen dem 12. bis 17. Lebensjahr besteht aus 3 Impfungen. Nach der ersten Impfung erfolgt im Abstand von zwei Monaten die zweite Impfung, nach weiteren vier Monaten die 3. Impfung. Der Impfschutz hält nach Aussage von laufenden internationalen Studien mindestens 10 Jahre an und muss in späterer Zeit eventuell aufgefrischt werden. Prinzipiell sollte die Impfung vor Eintritt der Pubertät und vor dem ersten sexuellen Kontakt durchgeführt werden. Männliche Jugendliche können Überträger von HPV sein.

Da durch die HPV-Impfung nur 75 % der krankheitsauslösenden Viren erfasst werden, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt auch weiterhin notwendig.

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