Sie habe Schmerzen im Nierenbereich und sind schwanger, was kann das sein?

Es kann sich um einen Aufstau im Nierenbecken handeln. Zunächst muss eine Nierenbeckenentzündung ausgeschlossen werden. Es kann sich aber auch um eine Abflussbehinderung der ableitenden Harnwege handeln (Nierenstau). Ein solcher Aufstau kann relativ einfach mittels Ultraschall nachgewiesen werden. Auch ein Nierenstein kann derartige Beschwerden machen.

Eine Abflussbehinderung kann einerseits durch die hormonelle Aufweitung der Harnleiter der Nieren aber auch durch eine Entzündung des Nierenbeckens oder durch einen Nierenstein hervorgerufen werden. Mittels Ultraschall kann eine Erweiterung der Nierenkelche auf über 15 mm festgestellt werden, ein Nierenstein etwa ab 5-6 mm Größe. Zusätzlich sollte die Nierenfunktion, besonders der Kreatinin-Wert bestimmt werden (Kreatinin in ein harnpflichtiges Stoffwechselprodukt).

Sind die Werte der Nierenfunktion in Ordnung, kann versucht werden, mittels Lagerung der Patientin, den Druck der Gebärmutter auf den Harnleiter zu nehmen. Der Aufstau ist häufig nur auf einer Seite beschwerlich. Findet sich anschließend im Ultraschall keine Besserung oder sind die Nierenfunktionswerte schlecht, muss ggf. an eine Schienung des Harnleiters gedacht werden. Dabei wird ein Katheter über die Blase in den Harnleiter bis in das Nierenbecken vorgeschoben (Stenteinlage). Erst wenn dieses nicht gelingt, muss eine externe Ableitung der gestauten Niere gewählt werden.

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