Sex im Wochenbett? Ist das erlaubt?

Früher galt die Nicht-Berührbarkeit der Frau in den ersten 6 Wochen nach der Entbindung. In vielen Kulturen gilt auch heute noch die Frau während der Menstruation und im Wochenbett als „unrein“.
Ausschlaggebend war dafür insbesondere war die Angst vor einer Infektion.

Es wird verständlich, wenn man weiß, dass viele Frauen damals im Kindbettfieber ihr Leben ließen. Häufig ausgelöst von unhygienischen Verhältnissen, aber auch durch Ärzte und Hebammen, die noch kein Verständnis dafür hatten, dass ihre Hände für die Infektionen verantwortlich waren. Man wusste noch nichts von „Bakterien“.
Erst das regelmäßige Händewaschen nach einer Untersuchung und die Verwendung sterilen Handschuhen und desinfizierenden Mitteln hat das Kindbettfieber zurückgedrängt.

Es ist das große Verdienst von Ignaz Semmelweiß aus Budapest in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, den Zusammenhang von mangelnder Hygiene und Kindbettfieber erkannt zu haben und entsprechende Vorschriften erlassen zu haben.

Das Risiko des Kindbettfiebers ist heute weitgehend ausgeräumt.
Zur Vorbeugung gegen eine Infektion durch den frühzeitigen Geschlechtsverkehr sollte ein Kondom verwendet werden, da der Muttermund ist erst nach 4-5 Wochen verschlossen und auch dann erst mit seinem Sekret eine Barriere gegen aufsteigende Bakterien bildet, die sonst in der noch nicht ausgeheilten Gebärmutterhöhle hervorragende Lebensbedingungen hätten.

Heutzutage spricht nichts gegen Geschlechtsverkehr schon vor dem Ende des Wochenbettes, wenn es sich um eine unkomplizierten Geburt ohne Verletzungen im Genitalbereich handelt.
 

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