Medikamentöse Behandlung der EU mit Methotrexat

Methotrexat ist ein Zytostatikum (Zellwachstumshemmendes Medikament), ein Abkömmling der Folsäure, das auch zur Behandlung von Rheuma und bei bestimmten Tumoren eingesetzt wird. Es inaktiviert Enzyme, die zur Folsäure-Synthese benötigt werden.
Es kann sowohl systemisch (in Form von Tabletten) oder lokal durch Einspritzungen des Medikamentes in die Bauchhöhlenschwangerschaft angewendet werden. Besonders bei außerhalb der Eileiter gelegenen und operativ schwierig anzugehenden Bauchhöhlenschwangerschaften ist Methotrexat das Mittel der ersten Wahl.

Zunächst wird mit einer einzelnen Dosis (single-dose-protocol) behandelt. Zur Überwachung wird am Tag der Behandlung sowie am 4. und am 7.Tag der ß-HCG-Wert bestimmt (das Schwangerschaftshormon). Zwischen zweiter und dritter Bestimmung sollte das HCG-Spiegel deutlich um mindestens 15 % gesunken sein, ansonsten erfolgt eine weitere Dosis
Methotrexat. (Thurmann AR et al., Am.J.Obstet Gynecol 2010, 202: 139.e1-6)
Nach der Therapie kommt es in ca. 60 % zu Bauchschmerzen, vermutlich durch das Ablösen der fehlangelegten Frucht, und es kommt zunächst zu einem Anstieg des HCG-Spiegels. In der Regel ist bei diesen Symptomen keine Operation erforderlich.
(
Rabischong B et al., Fertil Steril 2011,95:401-404).

Bei der Anwendung ist eine Reihe von Kontraindikationen (Indikationen, die dagegen sprechen, eine bestimmte Behandlung durchzuführen) zu beachten:

Bei Vorliegen folgender Befunde sollte das Medikament nicht angewendet werden:
Starke Schmerzen, Verdacht auf Blutungen in die Bauchhöhle, Stillen, Alkoholismus, Immunschwäche, Erkrankungen des Blutbildenden Systems, der Lungen, des Magens oder der Leber.
Weitere Gegenindikationen sind ein über 3 cm großer Befund am Eileiter als auch ein HCG-Wert über 5000 IU/l.
In verschiedenen Berichten wurde die Erfolgsrate der Methotrexat-Therapie mit ca.
80 % angegeben. Wichtiger Erfolgsfaktor war auch hier der Ausgangswert des ß-HCG (unter 1000 IU/l). Nach einer solchen Behandlung lag die Rate einer erneuten Schwangerschaft bei ca. 60%.
 

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