Maßnahmen gegen das Bettnässen

Folgende Massnahmen scheinen einen guten Erfolg zu haben:

Das Kind könnte einen Sonnen- und Wolkenkalender führen, um selber kontrollieren zu können, wann es gut geklappt hat, die Blase zu kontrollieren. So kann die Motivation unterstützt werden und das Gefühl stolz zu sein und etwas geschafft zu haben, verstärkt werden.

Das Kind sollte die notwendige Flüssigkeitsmenge gut verteilt über den ganzen Tag trinken. Da zuckerhaltige Getränke harntreibend sind, sollte man sie möglichst vermeiden.

Eine Klingelhose oder -matte klingelt beim ersten Tropfen Urin und weckt das schlafende Kind, bevor die Blase entleert ist.

Wenn dies alles nichts hilft, könnte man es mit einem Hormonpräparat, das ein Arzt verschreiben muss, versuchen. Diese Medikamente verringern die Urinproduktion in der Nacht. Die Behandlung sollte vom Arzt überwacht werden und nicht über längere Zeit dauern.

Die wichtigste Massnahme überhaupt ist aber, das Kind ernst zu nehmen, über seine Sorgen und Nöte mit ihm zu sprechen und ihm die Sicherheit zu geben, das es so wie es ist, geliebt wird. Mutter oder Vater sollten sich Zeit nehmen zum Kuscheln, Vorlesen und Spielen, so dass das Kind, dem in seiner Entwicklung immer mehr Leistung abgefordert wird, Zeit hat, "klein zu sein und nichts zu müssen". Diese "Ausruhzeit" fördert inneres Wachstum und die Reifung des Kindes.

Geschichten der Eltern über eigene Missgeschicke helfen dem Kind, Druck abzubauen, sich nicht als Versager zu fühlen und über eine "peinliche" Sache lachen zu können. Geschichten von Hund und Katze, die vor Ärger, Angst oder Stress "in die Ecke pinkeln, jemandem ans Bein pinkeln oder vor ihren Fressnapf pinkeln" helfen manchmal, an unbewusste Gefühle des Kindes heranzukommen. Der Vergleich mit Tieren ist für Kinder sehr plausibel und verstehbar und hilft ihnen Ähnlichkeiten zu entdecken, darüber lachen zu können und so den Druck abzubauen.

Liebe Eltern, bei allem Stress und verständlichem Ärger über ihre kleinen Bettnässer, seien Sie so geduldig und freundlich, wie Sie es bei einem kleinen Hund wären, den sie zur Sauberkeit erziehen müssen, um Freude an ihm zu haben. Da weiss man inzwischen, dass nur Geduld und konsequente Hinwendung zum Erfolg führen. Die Kinder haben es schwerer, weil man bei ihnen Erwartungen auf der Verstandesebene hegt, die dem unbewussten körperlichen und seelischen Reifungsprozess des Kindes noch nicht entsprechen. Liebevolle Zuwendung ist der beste Schlüssel zur Problemlösung, die manchmal nach einer gewissen Zeit einfach eintritt.

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