Libido und sexuelles Verlangen im Wochenbett.

Zunächst einmal sollte klar sein, die Libido ist nicht gleichmäßig über das Land verteilt. Es gibt auch außerhalb der Schwangerschaft gravierende Unterschiede. Mancher möchte am liebsten jeden Tag Sex haben, ein anderer ist mit einem Mal pro Monat zufrieden. Das gilt für Frau und Mann gleichermaßen.
Warum sollte es also im Wochenbett eigentlich anders sein?

Es gibt Paare, die während der Menstruation nicht auf Sex verzichten wollen und andere, die sich das partout nicht vorstellen können.
Ebenso gibt es Paare, die kurz nach der Geburt bereit sind, Sex zu haben und andere, die mindestens 6-8 Wochen damit warten.

Die Bereitschaft zum Sex ist natürlich auch abhängig vom Grad der Traumatisierung, die die Frau unter der Geburt erlitten hat. Scheideneinrisse, Dammrisse oder –schnitte sind nicht dazu angetan, zum Geschlechtsverkehr zu animieren. Hier sollte die Ausheilungsphase (ca. 6 Wochen) aus medizinischen Gründen abgewartet werden.

Manche Männer sind zudem geschockt über das Erlebnis der Geburt, insbesondere wenn sie sich nicht genügend darauf vorbereitet haben. Sie haben teilweise das Gefühl, „Schuld“ zu haben an den Anstrengungen und Schmerzen der Geburt, die sie ihrer Partnerin zugemutet haben. Manchmal ist es aber auch das viele Blut bei der Geburt, das, mit Fruchtwasser vermischt, für sie kaum zu ertragen war.
Männer haben dann anfänglich Schwierigkeiten, mit ihrer Partnerin wieder intim zu sein, aus Angst, ihr Schmerzen zuzufügen.

Es kann zu diesem Thema keine allgemein gültige Regel aufgestellt werden.
Nur in einem vertrauensvollen Gespräch des Paares untereinander kann dies geklärt werden. Nur wenn die persönlichen Beweggründe, dem Partner verständlich gemacht worden sind, kann die nicht einfache Situation entkrampft werden und ein vertrautes Sexualleben wieder aufgenommen werden.

 

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